Wetter- Gebete.
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mit unserer Danksagung mit fröhlichem Gemüthe vor GOtt kommen, weil Er uns aus dieser Noth geholfen hat. Ihm gebührt hierüber Ehre, weil er den Donner heißt kommen und wieder aufhören; Ihm gebührt Preis und Würde, weil die Blizze nach Seinem Befehl sich wieder begeben haben in ihre Hütten. Die Wetter-Stimme des HErrn hat sich auf unser Gebet gelegt, darum sollen wir nun auch unsere Stimme zu Seinem Lobe erheben; des Donners Grausamkeit hat Er verwandelt in eine stille Lieblichkeit, zu vernehmen unsere schuldige Dankbarkeit: darum sollen wir auch hören lassen, GOtt mit gebührender Danksagung zu verehren, daß Er uns zur andern Zeit wiederum erhöre und auf unser demüthiges Flehen gnädige Hülfe beschere. Denn es sollte ein Unterschied sein unter uns Christen und dem gottlosen Welthaufen, welche, wie das unvernünftige Vieh, der Gaben und Gutthaten GOttes, ohne alles Nachdenken genießen, auf ihre Seele hinfressen, nie an GOtt gedenken, alle Seine Hülfe und Rettung in Wind schlagen, ja wohl nie zu Gemüth führen, daß die Errettung von GOtt komme, und sie deswegen, wenn sie einem großen Unglück und Gefahr entgangen, Ihm zu danken schuldig seien: Daher findet man immer neun oder mehr Undankbare, bis sich nur ein Dankbarer findet. Von diesen sollen wir uns absondern und es mit denen halten, deren größte Freude ist, wenn sie GOtt ohn' Unterlaß mit fröhlichem Schall loben sollen. Denn wie GOtt dem HErrn nichts so sehr mißfällt, als der Undank, welchen Er Seinem Volk oft mit hartem Dräuwort hat lassen vorwerfen und durch Salomo gesagt: Eines Undankbaren Hoffnung wird wie eine Reife im Winter zergehen und wie ein unnützes Wasser fließen: also läßt Er Ihm die Dankbarkeit über alles gefallen, darum sagt Er selber: Opfere GOtt Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde; und David sagt: Ich will den Namen


