Geistreiche und andächtige Wetter- Gebete.
GOttes loben mit einem Liede und will ihn hoch ehren mit Dank, das wird dem HErrn besser gefallen, denn ein Farr, der Hörner und Klauen hat. In allen Gutthaten des HErrn unsers GOttes, in aller Züchtigung, in aller Verzeihung, da Er uns nicht gestraft hat, wie wir es verdient haben, soll unsere Seele den HErrn loben, sagt Augustinus. Denn der ist würdig, noch größere Gutthaten zu empfangen, der da beweiset, daß er der vorigen in seinem Herzen nicht vergessen hat, sagt Caßidorus. Was GOtt den Dankbaren giebt, nimmt Er den Undankbaren, sagt Auguftinus. Und so Feuer, Hagel, Schnee, Dampf und Sturmwind auf ihre Weise GOtt loben, vielmehr sollen wir Christen dieses thun. So auch wir Dank sagen sollen für Alles, GOtt und dem Vater in dem Namen JEsu Christi, also sollen wir Ihm insonderheit dafür danken, wenn Er ein gefährliches, schreckliches Wetter ohn' allen Schaden gnädiglich abgehen lassen und Seine gerechte Rache an uns nicht geübt hat: denn es ist ein köstliches Ding, dem HErrn danken und Seinem Namen lobsingen, des Morgens Seine Gnade und des Nachts Seine Wahrheit verkündigen.
Ein anderes.
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Allmächtiger GOtt, himmlischer Vater! der Du uns ge
sagt haft: Rufe Mich an in der Zeit der Noth, so will Ich dich erretten, so sollst du Mich preisen. Wir sagen Dir. von Grund unserer Herzen Lob und Dank, daß Du unser Gebet gnädig erhört, und dies zornige Wetter also haft vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schaden geschehen ist. Damit haft Du abermal Dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß Du nicht mit uns handeln wollest nach unsern Sünden, und uns nicht vergelten nach unsern Missethaten! Verleihe nur, barmherziger Vater! uns, um Deines eingebornen Sohnes JEfu Chrifti willen,


