Benjamin Schmolkens Lieder.
Leimenhaus endlich auch gesegnen muß, denn es ist der alte Schluß: Menschen, als des Todes Erben, müssen auch im Tode sterben.
3. Wenn wir kaum geboren werden, ist vom ersten Lebens- Tritt, bis in's kühle Grab der Erden uns ein kurz gemess'ner Schritt. Ach, ein jeder Augenblick geht mit unsrer Kraft zurück, und wir sind in jedem Jahre allzureif zur Todten- Bahre.
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4. Und wer weiß, in welcher Stunde uns die letzte Stimme weckt. Denn GOtt hat's mit Seinem Munde keinem Menschen noch entdeckt. Wer sein Haus nun wohl bestellt, geht mit Freuden aus der Welt: Da die Sicherheit hingegen ew'ges Sterben kann erwägen.
5. Predigen doch meine Glieder täglich von der Sterblichkeit. Leg' ich mich zur Ruhe nieder, zeigt sich mir das Leichenkleid. Denn der Schlaf stellt für und für seinen Bruder Tod mir für! Ja, das Bette will mir sagen: So wird man in's Grab getragen.
6. Drum, mein GOtt! lehr' mich bedenken, daß ich niemals sicher bin. Will die Welt mich anders lenken, ach, so schreib' in meinen Sinn: Du mußt sterben, Menschenkind! Daß mir alle Luft zerrinnt, die mir sonst in eitlen Sachen kann der Tod geringe machen.
7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift; sondern bei gesunden Jahren, ehe sich die Sünde häuft, laß mich täglich Buße thun; daß das allerletzte Nun mich befreit von aller Sünde und mit Dir verjöhnet finde.
8. Nun, mein GOtt! Du wirst es machen, daß ich fröhlich sterben kann. Ich befehl' Dir meine Sachen, nimm Dich meiner Seele an. Deines Sohnes theures Blut komme mir alsdann zu gut, daß mein letztes Wort auf Erden: JEsus, JEsus möge werden.


