4. Ach Gott, du bist noch heut' so reich, Als du gewesen ewiglich, Mein Vertraun' steht ganz zu dir; Mach mich an meiner Seele reich, So hab' ich g'nug hier und ewiglich.
Hans Sachs.
98. Eins ist Noth! ach HErr,
dies Eine
erkennen doch; Alles And're, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget, Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles ersetzt, So werd' ich mit Einem in allem ergött.
2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur, Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Und alle vollkommene Fülle erscheinet. Da, da ist das beste nothwendige Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seliges Heil.
3. Wie Maria war beslissen Und das Eine sich erlas, Da sie einst zu Jesu Füßen Voller Andacht niedersaß; Ihr Herze entbrannte, das Eine zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, fie wollte belehren, Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, So wurde ihr Alles in Einem geschenkt.
4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich dir anhangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größesten Haufen umkehren, Will ich doch in Andacht und Liebe dich hören, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geift. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt?
5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt; Gieb nur, daß
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sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Darinnen die Demuth und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach! wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis.
6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heil'ges theures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt.
7. Nun, so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild' erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, Mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bes wußt.
8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; Du bist einmal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden. Dein Eingang die völlige Freis heit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt.
9. Drum auch, Jesu, Du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem betrüglichen Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott Und Jesum gewinne; dies Eine ist. Noth.
J. H. Schröder.
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