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Halberstädtisches Kirchen- und Haus-Gesangbuch, darinnen Dr. Martin Luther's sel. und Andrer geistreiche und erbauliche Lieder enthalten sind, nebst einem Gebet-Büchlein
Entstehung
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lassen, daß man sie selbst entfernte und an ihre Stelle eine fast gleiche Anzahl guter, die Lehre und das Bekenntniß der evangelischen Kirchen wahrender Lieder, aus alter und neuer Zeit, eintreten ließ. Es musste dabei jedoch darauf Bedacht genommen werden, daß für die Besitzer der alten Ausgaben, die in vielen tausend Abdrücken in den Häusern und in den Schulen verbreitet sind, nicht die Nothwendigkeit einträte, sich sofort ganz neue Bücher anzukaufen, und daß andererseits durch die neu auf genommenen Gesänge nicht Störungen in die kirchliche Andacht gebracht würden. Es sind daher in das Hauptbuch neue Lieder gar nicht auf. genommen*), auch in denselben die Nummern nicht abgeändert worden, sondern es findet sich auch da, wo ein Lied ausgefallen ist, die alte Nummer noch angezeigt.

Von dem jetzigen Anhange hingegen, welcher unter den Nummern 841 bis 1050 die aus den bisherigen Anhängen beibehaltenen Lieder und die neuen Zugaben, nach den Rubriken des Hauptbuches geordnet, in sich faßt, wird die Verlagshandlung alsbald einen besonderen Abdruck für einen billigen Preis besorgen und verkaufen.

Was die sonst vorkommenden Umänderungen in bekannten und hochgehaltenen Liedern anlangt, so ist nicht zu fürchten, daß sie Anstoß geben und Störungen veranlassen werden. Denn fürs Erste sind der­gleichen Besserungs- Verfuche oder Berichtigungen nur in seltenem und dringendem Falle angewendet worden, weil man sehr wohlweiß, daß der mit seinem Gesangbuche von Jugend auf vertraute Christ in der Regel auch die Kernlieder auswendig hersagen kann und daher nicht ohne Be­irrung bleibt, wenn das Kirchengesangbuch jetzt anders lautet, als der Vorrath in seinem Gedächtniß, zumal wo er, was dech mitunter der Fall, für die ihm liebgewordene alte Leseart sich auch eines guten Grundes in feiner Seele bewußt ist. Sodann aber und Zweitens sind, wo Nachhül­fen und Correcturen unvermeidlich waren, in den meisten Fällen solche Umänderungen angenommen worden, welche bereits in Gesangbüchern von ernstem, gläubigem und kirchlichem Gepräge Einlaß gefunden hatten. Eher möchte von einer andern Seite her ein ungünstiges Ürtheil darüber zu erwarten seyn, theils, daß noch immer eine gute Anzahl von Liedern sich in dem Buche findet, über welche der Bildungsstand unsrer Tage sich, wie behauptet wird, längst erhoben hat; theils, daß in den nicht mit Unrecht beibehaltenen Liedern immer noch Ausdrücke und Wortformen stehen geblieben seyen, deren Entfernung Mancher vielleicht gern gesehen haben würde. Es wird jedoch schwerlich jemals möglich seyn, für Herausgabe eines mit Abänderungen versehenen Gesangbuchs die allgemeine Zustimmung auch aller wohlgesinnten und ERL d) Mit alleiniger Ausnahme des Liedes Nr. 471.

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