IV
Gnade und Friede von Gott unserm Vater und unserm Herrn Jesu Christo scy mit Euch Allen! Amen.
Mit einem solchen apostolischen Doppelgruße begiebt sich dieses alte seit länger als hundert Jahren die Seelen zu segnen gewohnte Kirchenliederbuch in die Gemeinden und in die Hände seiner Leser.
Es wünscht ihnen Gnade, denn was Pf. 89, 2. geschrieben steht, das hat es in der Kirche schon lange gethan, und das verspricht es auch ferner zu leisten:
„ Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für!"
Und wie einst die siebenzig Jünger von ihrem Herrn Befehl empfangen hatten, in die Häuser seinen Frieden zu tragen dergestalt, daß derselbe über jedem Kinde des Friedens bleibe, so betritt auch dieses Buch die Schwellen der Christenhäuser mit der Benedeiung: Friede sey mit Euch! so schwebt es mit seinen alten Gesängen über dem ganzen Fürstenthume, und seine Saitenspiele tragen durch Städte und Dörfer den Gruß( 2. Theff. 3, 16.)
„ Er, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allenthalben und auf allerlei Weise!"
Und wie es von Gnade und Frieden singet, so mehret und versiegelt es auch diese Gaben des Herrn in Allen, welche durch die Kraft des heiligen Geistes schon in der Gnade stehen und den Frieden Gottes bewahren.
Aber es ist durchweg nicht mehr das alte, unveränderte Buch, wie es beschaffen war zur Zeit unserer Väter. Das wird jeder Leser nach kurzer Vergleichung gewahr; darüber können auch Bedenken in die Seele frommer und gläubiger Christen kommen, und daher möge hierzu etwas gesagt werden, was dem Gesangbuche auch in der neuen Gestalt eine freundliche Aufnahme sichern kann.
se Veränderungen mußten nothwendig eintreten, denn in den Sap und in die Abdrücke waren nach und nach unzählige Fehler eingeschlichen, auch in viele unserer alten Kernlieder waren theils absichtslos, theils aus guter aber nicht probehaltiger Meinung, an einzelnen Stellen Lesearten eingelaufen, welche dem ersten Verfasser völlig fremd gewesen endlich aber fanden sich sowohl in der Hauptsammlung als hauptsächlich in dem Anhange eine Anzahl Lieder vor, deren Dichtern es nicht gelungen ist, in der evangelischen Kirche sich einen Namen zu gründen und ihren Werken einen festen Wohnsig in den Herzen und auf den Lippen unserer Gemeinden zu verschaffen; und in diesem Falle mußte es für angemessen und heilsam erachtet werden, die Abänderungen, welche an diesen Gesängen selbst gar nicht anzubringen waren, darin bestehen zv


