Für Kranke, Genesende, Sterbende.
In aller Welt Ist nichts, das endlich mich erhält. Ach Gott,
verläßt mich alles hier, So thu'
das Beste du bei mir.
4. Kein Reichtum, Geld noch Gut, Kein fühner Heldenmut Hilft vor des Todes Grimm und Wut. All' Ehr' und Gunst Hilft nichts, hier rettet feine Kunst. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir.
5. Welch' Leid, welch' Angst und Pein, Gott, wird um mich sein, Wenn nun der Tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit Trost sich meiner nehmen an? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir.
6. Wenn mein Gewissensbuch Und des Gesetzes Fluch, Wenn Sünd' und Satan zum Versuch Tritt wider mich, Wer ist, der mein erbarmet fich? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir,
7. Wenn Sprach', Verstand und Sinn Auf einmal fällt dahin, Und ich nicht mehr bin, der ich bin, Wer ruft mir zu, Wenn mir der Schmerz läßt feine Ruh'? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir.
8. Wenn meiner Augen Licht Mir ferner leuchtet nicht, und mir das Herz im Tode bricht Vor Angst und Qual, Wer führt mich durch das finstre Thal? Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir.
9. Herr Jesu, du allein Sollst mir in Todespein Die beste Hülf' und Labsal sein. Auf dich will ich Die Welt gesegnen ewiglich. Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du bei mir.
10. Herr Jesu, nimm mich auf, Zu dir im Himmel auf, Wenn ich vollendet meinen Lauf. Ich ruf zu dir, So lang' ein Odem ist in mir: Ach Gott, verläßt mich alles hier, So thu' das Beste du an mir. M. Frant, 1609, † 1667.
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Mel. Ach, sieh' ihn dulden, bluten. err, leite in
675. Hjene Stunde, Darin
du segnend host an mich gedacht, Dein Abendmahl zum ew'gen Bunde Geweihet hast in deiner heil'gen Nacht. Sei jetzt auch meinem Geiste liebend nah', Be= gleite segnend mich nach Golgatha.
2. Wie liebreich sammelst du die Deinen, Um sie mit Himmelsspeise zu erfreu'n! Mit dir sie ewig zu vereinen, Sprichst du im Sterben noch: gedentet mein! Auch ich will nun dein Lebensbrot empfah'n, Du willst dich mir in meinem Leiden nah'n.
3. Auch mir reichst du zu mei= nem Leben Dein Brot, der Gnade sich'res Unterpfand; Auch mir willst du den Kelch des Friedens geben, D'rum nehm' ich dantbar ihn aus deiner Hand. Wo zwei und drei vor dir versammelt sind, Da bist auch du, da stärkest du dein Kind.
4. Für mich hast du dich hingegeben, Du starbst für mich, für meine Sündenschuld. Das ist mein Trost, ich werde ewig leben, Du gibst dem Reuigen des Vaters Huld. Mit dir verbunden geh' ich in den Tod, Du stärkest mich auch in der letzten Not.
5. Wie littest du im Kampf so stille, Wie brach für uns in Liebestreu' dein Herz! So sei gehorsam dir mein Wille, So mache du mich still in meinem Schmerz. Ruf du mir stets ins Herz: gedenke mein! So fann ich froh und dir ergeben sein.
6. Und muß ich noch in Nächten weinen, Wenn die Erlösung mir noch lange währt: Doch wird der Morgen bald erscheinen, Der allen Schmerz in Freude mir verklärt. Ein Glied an deinem Leibe, find' ich dann Die Sel'gen wieder, die ich lieb gewann.
Wilh. Hülsemann,* 1781, † 1865.


