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Für Witwen.
Mel. Werde munter, mein Gemüte.
Mel. Nun ruhen alle Wälder.
669. Sorge, Serr, für unsre 670. Auf Gott nur will
Kinder, für ihr wahres Heil; Sind sie gleich, wie wir, nur Sünder, Haben sie an dir doch teil. Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn, Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade.
ich sehen, Er hört der Witwen Flehen, und nimmt sich meiner an. In meinen tiefsten Schmerzen Bleibt er doch meinem Herzen Der Fels, auf den ich bauen kann.
2. Der du fie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über sie nun walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für sie herein, Woll'st du ihr Beschützer sein: Wenn in Not sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe ſehen.
3. Dringt auf fie von allen Seiten Der Verführer Schar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn, Regt in ihrer eignen Brust Sich mit Macht die böse Luft, Gib dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen.
4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu; O daß feines von dir weiche Und der einst verloren sei! Jmmer geh' ihr frommer Sinn Und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben und zur Ehre dir zu leben.
5. Haben sie den Kampf geendet, Obgesieget in dem Streit, Haben sie den Lauf vollendet Jn des Glaubens Freudigkeit: Dann, o Vater, führe du Sie der ew'gen Heimat zu Und laß sie nach sanftem Sterben Deines Himmels Frieden erben.
Ludw. Heinr. Schlosser, 1663,+1723.
2. Mich tröstet seine Gnade, Er ist auf jedem Pfade Bei mir bis an das Grab. Er wird mich nicht verlaffen! Dies Trostwort will ich fassen, Es sei mein Stecken und mein Stab.
3. Gott will ich gläubig lieben Und gute Werke üben In stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, Er sieht auch, wenn ich weine, Und gibt mir, was mein Herz erfreut.
4. Auch wenn ich mehr noch litte, Bis zu dem letzten Schritte Will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden, Und führt zu höhern Freuden Mich einst mit frommen Duldern ein.
5. So eilen meine Tage, Auch unter Taft und Plage, Wie Träume schnell dahin! Und ohne Widerstreben Verlass' ich einst das Leben Mit stillem, ihm ergebnem Sinn.
6. Wenn ich dann einst dich schaue, Auf den ich hier vertraue, Mein Vater und mein Freund, Wie will ich dann dich ehren, Wie danken für die Zähren, Die ich als Witwe hier geweint!
7. Den Gatten, den ich liebte, Des Abschied mich betrübte, Find ich in Gottes Hand. Wie wollen wir uns freuen und unsre Lieb' erneuen Im thränenfreien Vaterland!
Joh. Caspar Lavater, 1741,+ 1801.


