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Evangelisches Gesang-Buch / hrsg. nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Kleve, Berg, und von der Grafschaft Mark, mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten
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Sonntagslieder.

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3. Hör' ich hier der Andacht Lie­der, Dünkt es mich ein Engelchor; Sink' ich bang' und zweifelnd nie­der, Hebt der Glaube mich empor. Bruderlieb' erfüllt mein Herz, Es vergißt der Kränkung Schmerz, Seh' zu den geweihten Hallen Ich die Mitanbeter wallen.

4. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, Das dem Irrtum uns entreißt, Du erhellst die Nacht zur Klarheit, Du durchstrahlst mit Licht den Geist. Nichts verhehlet sich vor dir, Fehl und Schuld enthüllst du mir. Wo du, heil'ges Wort, erklungen, Hast du Mark und Bein durchdrungen.

5. Weinend und mit bangem Zagen Trat ich oft in's Heilig­tum; Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in Gottes Hand Und, zum Mittler hingewandt, Hab' ich, ganz in ihn versunken, Gern den Leidenstelch getrunken.

6. Sink' ich an des Altars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör' ich heil'ge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist ver­zieh'n! Dann steh' ich begnadigt auf, Förd're fröhlich meinen Lauf, Und das Herz hofft voll Vertrauen, Was es glaubt, dereinst zu schauen.

7. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Geliebten Stellen leer: Hier stillt sich mein banges Sehnen Bei dem Zuruf: weint nicht mehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit Zu des Him­mels Herrlichkeit, Zur Gemeine sel'ger Frommen Hat der Herr sie aufgenommen.

8. Teuer bleibst du meiner Seele, Haus des Herrn, so lang' ich bin. Nimmt des Grabes dunkle Höhle Einst den Staub des Pilgers hin, Dann schweb' ich mit Preis tum, Daß ich ewig mich vereine und Ruhm In das höh're Heilig­

Mit der himmlischen Gemeine. Aug. Herm. Niemeyer,* 1754,+1828.

Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns.

12. Gott, du bist mein Preis und Ruhm, Mein Herz sei ganz dein Eigentum; Laß mir den Sabbath heilig sein, Laß mich ihn deinem Dienste weih'n.

2. Gib, daß ich mein Gemüt bewahr', Wenn ich mit deiner Christenschar zu deines Hauses Stätte geh', Daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh'.

3. Erinn're selber meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig sei'st, Damit ich deines Wortes Lehr' Mit Andacht und mit Nutzen hör'.

4. Drick' alles tief ins Herz hinein, Und laß mich nicht bloß Hörer sein; Steh mir mit deiner Gnade bei, Daß ich des Wortes Thäter sei.

5. Hilf, daß ich deinen Ruhe­tag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, Die deinen Tag verächt­lich hält.

6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, Dich nur am Sabbath zu erhöh'n: Herr, meine ganze Lebenszeit Sei deinem Dienst und Ruhm geweiht.

Nicht ermittelt.

Eigene Melodie.

13.

Gott, du unser Vater

bist Durch Jesum Christ, Gib deinen Geist uns allgemein, Der uns zur Wahrheit leite. Erhör' uns doch zu dieser Stund', Öffne den Mund Dein's Dieners, daß er dein Wort rein Und frei­mitig ausbreite. Dazu, o Herr, genädiglich Öffne uns Herz und Ohren, Daß wir das hören fleißig­lich, und stets getreu bewahren, Auf daß wir mögen fruchtbarlich Dein Lob all'zeit verklären.

Joh. Uttenhoven, lebte um 1550.

14. Weebaoth, Ift deine Mel. O Gott, der du ein heerfürst biſt. reizend schön,

Wohnung, o mein Gott! Wie seh­net sich mein Herz, zu gehen, Wo