Anhang.
Die Psalmodie.
Der Psalter ist das rechte Gebetbuch des heiligen Geistes. Luther sagt: Billig sollte jeder Christ, der andächtig beten will, den Psalter sein Betbüchlein sein lassen. Damit aber der Psalter so recht in die Gemüter käme, ist es von Anfang an von Gott also eingerichtet, daß die Psalmen nicht nur gelesen, sondern auch gesungen werden sollten, laut der Überschriften so vieler Psalmen. Daher find denn auch in der christlichen Kirche die Psalmen stets gesungen worden und bildete das schon frühzeitig einen Teil des Gottesdienstes. Leider aber verschwand diese Sitte nach und nach so sehr, daß unsern Gemeinen die Kenntnis davon gänzlich verloren gegangen ist. Um so mehr müssen wir Gott danken, daß er dieses Erbe unsrer Väter wieder geweckt hat, und uns zur Förderung antreiben lassen. Möge nachstehende kurze Anweisung dazu beitragen!
Es sind nun folgende Stücke dabei zu merken:
1. Der kirchliche Psalmgesang ist durchaus Wechselgesang. Hierzu zerfällt jeder Psalmvers in zwei Teile und eben so müssen die Sänger aus zwei Teilen bestehen, von denen immer einer den ersten und der andere den zweiten Versteil singt, etwa Pastor und Gemeine, oder Frauen und Männer( die Frauen immer den ersten Teil), oder Chor und Gemeine 2c. 2. Bei jedem Psalm werden zum Schluß die Worte gesungen: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; Wie es war von Anfang, jetzt und immerdar Und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Sie bilden zwei Verse.
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3. Der Psalmmelodien giebt es nun neun, welche Psalmtöne genannt werden, benannt mit den Nummern erster, zweiter zc. Jeder Psalm kann nach jedem dieser neun Töne gesungen werden, jedoch wird der Lobgefang der Maria nach dem neunten gesungen. Zu bemerken ist dabei noch, daß jeder Psalmton aus zwei Teilen besteht, von denen der erste Teil des Tones für den ersten Teil des Verses ist, der zweite Ton für den zweitent Teil des Verses.
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