Breslau erschienenen Gesangbüchlein geben dem Liede die Ueberschrift: ,, Der Lobgesang, Gott der Vater wohn' uns bei, gebeffert und christlich corrigirt." Christlich corrigirt hat Luther das alte Lied durch Weglassung von Strophen, in denen die Heiligen angerufen werden, z. B. ,, Maria, Gottes Mutter, wohn' uns bei und hilf uns Gnad' erwerben 2c." 22. Wohl dem, der in Gott's Furchte steht. Psalm 128.
Es findet sich dieses Lied zuerst im Erfurter Enchiridion von 1524 und zwar ohne eigene Melodie.
23. Wär' Gott nicht mit uns dieſe Zeit. Psalm 124.
Am frühesten findet sich dieses Lied in dem Joh. Walther'schen Gesangbüchlein von 1524. Es hat seine eigene Melodie, obschon es häufig nach der Melodie ,, Es ist gewißlich an der Zeit" gesungen wird.
24. Nun bitten wir den heil'gen Geist.
Der erste Vers dieses Liedes war schon Mitte des 13. Jahrhunderts als ein erweitertes Kyrie eleison( Pfingst- Leise) verbreitet und wurde vom Volke in deutscher Sprache gesungen. Den 2.- 4. Vers dichtete 1524 Luther hinzu.
25. Mitten wir im Leben sind.
Dieses Lied ist einer der acht Gesänge, welche das Enchiridion( das zweite evangelische Gesangbüchlein) vom Jahre 1524 enthält. Notker, der Mönch von St. Gallen( † 912) hatte es in lateinischer Sprache" Media Vita In Morte Sumus" gedichtet. Er sah den beim Brückenbau über den Martinstobel beschäftigten Arbeitern zu und im Angesicht der Gefahr verfaßte er dasselbe. Luther hat es kräftig verdeutscht, daß es ein echtes, rechtes Lutherlied ist.
26. Jesaja, dem Propheten, das geschah.
Nach Jes. 6, 1-4, gedichtet im Jahre 1526. Die Stelle für dieses Lied ist beim heiligen Abendmahl gleich nach dem Gruße. Die Melodie ist von Luther und stimmt gewaltig die Herzen zur Anbetung.
27. Ein' feste Burg ist unser Gott. Psalm 46.
Dieses Schuß- und Trußlied unserer Kirche hat Luther nach der Protestation auf dem Reichstage zu Speyer, 1529, gedichtet und es täglich auf der Veste Koburg gesungen. Es ist eine freie Bearbeitung des 46. Psalms, Vers 2-5, und findet sich zuerst im Jos. Klug'schen Gesangbuch von 1529 gedruckt.
28. Verleih' uns Frieden gnädiglich.
Von Luther 1529 aus dem Lateinischen Da Pacem Domine übersetzt, verfaßt von Gregor dem Großen.
29. Herr Gott, Dich loben wir. Te Deum Laudamus.
Luther hat uns 1529 diesen uralten Hymnus Te Deum deutsch gegeben. Er wird dem Mailändischen Bischof Ambrosius 387 zugeschrieben, daher der ambrosianische Lobgesang genannt und ist noch in unserer Kirche ein Ueberrest von den Wechselgesängen zweier Chöre. Unser ,, Allein Gott in der Höh' sei Ehr" hat dieselbe Quelle und die gleiche Grundlage.
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