12. Dies sind die heiligen zehn Gebot'.
Dieses Lied, das schon 1524 von Luther gedruckt war, enthält eine kurze Erklärung der zehn Gebote. Manche Ungelenkigkeiten verschwinden, wie bei vielen älteren Liedern, durch das Singen der Melodie en, wie hier jener herrlichen Wallfahrtsmelodie aus dem 13. Jahrhundert. Melodie und Lied bilden in älterer Zeit immer ein Ganzes. Die Lieder sind nur zum Singen bestimmt, nicht zum Lesen.
13. Mensch, willt du leben seliglich.
Es gibt ein längeres Lied( siehe No. 12) und ein kürzeres Lied über die zehn Gebote. Dieses lettere hat Luther etwas später als das längere verfaßt. Doch kam es schon 1524 vor.
14. Nun komm, der Heiden Heiland.
Des Ambrosius' Hymnus im 4. Jahrhundert Veni Redemptor Gentium, hier von Luther 1524 übersetzt. Christus erscheint unter dem Bilde der anbrechenden Sonne. Die Melodie ist uralt.
15. Christum wir sollen loben schon.
Es ist eine Uebersetzung des Hymnus von Cölius Sedulius aus dem 5. Jahrhundert: A Solis Ortus Cardine. Die Kirche versenkt sich anbetend in das Geheimniß der Menschwerdung und der ganze Himmel und die Hirten sind voller Freude. 1524. 16. Gelobet feist Du, JEfu Chrift.
Der erste Vers dieses Liedes ist eine lateinische Sequenz. Er rührt her von Notker Balbulus ,,, dem Mönch von St. Gallen"( † 912), der ihn in lateinischen Reimen gedichtet. Luther nahm diesen Vers wörtlich auf. Das Uebrige ist Alles von Luther gedichtet. 1524. 17. Komm, Gott Schöpfer. heiliger Geist.
Den lateinischen Hymnus Veni Creator Spiritus, den Einige dem Ambrosius im 4. Jahrhundert, Andere Karl dem Großen im 9. Jahrhundert zuschreiben, übersetzte Luther ( 1524) faſt wörtlich.
18. Komm, heiliger Geist, HErre Gott.
Schon im 11. Jahrhundert gab es einen lutherischen Gesang Veni Sancte Spiritus Reple, vom König Robert in Frankreich. Eine deutsche Nachbildung findet sich schon vor Luther. Luther erweiterte den ersten Vers und setzte noch zwei andere Verse hinzu. In dem älteſten katholischen Gesangbuch des Mich. Vehes von 1537, das deutsche Gesänge gesammelt, lautet der erste Vers wie bei Luther.
19. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. Der Lobgesang Simeon, Luc. 2.
Luther nahm das Lied unter die Begräbnisgesänge auf, die er im Jahre 1542,, Christlich Gesang Lateinisch und Deutsch zum Begrebnis( 36)" herausgab. Aehnliches wie durch eine Sterbeglocke tönt auch durch die Melodie hindurch, die von Luther sein soll. 20. Wir glauben all' an einen Gott.
Das Nicänische Glaubensbekenntnis für liturgischen Gebrauch bestimmt. Luther überarbeitete das lateinische Lied aus Ambrosius Zeit im 4. Jahrhundert. Gedichtet 1524. 21. Gott der Vater wohn' uns bei.
Ein altdeutsches Lied sammt altdeutscher Weise aus dem 15. Jahrhundert, als Litanei bei Bittfahrten in der katholischen Kirche gebraucht. Die 1525 zu Nürnberg, Erfurt und
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