Druckschrift 
Dr. Martin Luthers Geistliche Lieder : (nach den Original-Texten) / mit Bildern geschmückt von Gustav König
Entstehung
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30. Vom Himmel hoch da komm' ich her. Luc. 2.

Ein Kinderlied auf Weihnachten. Seinem Sohne Hans zu Weihnacht. Es findet sich zuerst 1535 im Klug'schen Gesangbuch. Die erste Melodie war einem Volksliede ,, Aus fremden Landen komm' ich her" nachgebildet. Die Weise, nach der wir es jetzt singen, erschien zuerst im Magdeburger Gesangbuch von 1540.

31. Sie ist mir lieb, die werte Magd. Offenb. 12, 1-6.

Ein Lied von der heiligen christlichen Kirche: I. Die Liebe zur Kirche; II. Die Herrlichkeit der Kirche; III. Jhr Sieg. Das erste Vorkommen dieses Liedes ist das Jahr 1535. Ohne Melodie hatte Luther keines seiner Lieder ausgehen lassen. Bloße Sprech- oder Lese- Lieder hatte man damals in keinem Gesangbuch. Wahrschein­lich wurde es auf die Melodie eines weltlichen Liedes gesungen.

32. Vater unser im Himmelreich.

Eine ,, kurze Auslegung des Vater unser" vom Jahre 1539, oder ,, Der Katechismus singbar gemacht." Zuerst auf vier Blättern gedruckt. Hiervon ist noch die eigene Handschrift Luthers vorhanden mit allen Veränderungen und Versuchen, welche zeigt, wie viel Fleiß Luther auf seine Lieder verwandte.

33. Was fürcht'st du, Feind Herodes, fehr. Hostis Herodes Impie.

Verfaßt soll es Luther schon am 12. Dezember 1541 haben. Es ist für ,, Heilige Drei Könige" gedichtet und es entfaltet sich in diesem alten Liede die Epiphanisfestidee der alten Kirche nach ihren einzelnen Momenten.

34. Erhalt' uns, HErr, bei Deinem Wort.

Die Abfassung dieses Liedes fällt gegen Ende des Lebens Luthers, 1541. Luther nannte es ,, ein Kinderlied gegen die zween Erzfeinde Christi, den Papst und den Türken."( Wahrscheinlich bezieht sich dies auf Psalm 8.)

35. Christ, unser HErr, zum Jordan kam. Die heilige Taufe.

Enthält die Geschichte und Bedeutung der heiligen Taufe. Hier ist das IV. Hauptstück singbar dargestellt. Es ist vom Jahre 1541 und will als ein gesungenes Lied be­urtheilt werden, wie so viele Kernlieder des 16. Jahrhunderts.

36. Von Himmel kam der Engel Schar. Luc. 2.

Im Liede ,, Vom Himmel hoch" wird die große Erniedrigung Christi hervorgehoben und hier die innige Freude über das Kindlein. Es erschien zuerst 1543.

37. Der Du bist drei in Einigkeit. O Lux Beata Trinitas.

Des Ambrosius' Hymnus im 4. Jahrhundert: O Lux, ist drei Jahre vor seinem Tod als eines seiner letzten Lieder von Luther fast wörtlich in's Deutsche übersetzt worden, 1543. Es ist ein Vespergesang zur Lobpreisung der heiligen Dreieinigkeit. Die Melodie ist die des alten lateinischen Hymnus.

Anmerkung. Der Cantor Johann Walther am Hofe Friedrich des Weisen zu Torgau ist eine rechte Stüße Luthers gewesen. Der Kurfürst erlaubte ihm, nach Wittenberg zu gehen und dem Reformator bei der Einführung der neuen Gesänge zu helfen. Das Wittenberger Gesangbüchlein von 1524 hat er mit Luther zusammengestellt. Später( 1537) war er des Kurfürsten von Sachsen ,, Sängermeister," zog nach Dresden, diente noch unter Kurfürst August daselbst und erreichte ein hobes Alter. Von seinen Liedern ist das bekannteste:..Herzlich thut mich erfreuen."

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