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Dr. Martin Luthers Geistliche Lieder : (nach den Original-Texten) / mit Bildern geschmückt von Gustav König
Entstehung
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a schickt Gott durch Sein' Gnad also, Daß sie recht Priester worden: Sich selbst Jhm mußten opfern da Und gehn im Christenorden, Der Welt ganz abgestorben sein, Die Heuchelei ablegen,

Zum Himmel kommen frei und rein Die Möncherei ausfegen,

Und Menschentand hie lassen.

Ma

lan schrieb ihn'n für ein Brieflein klein, Das hieß man sie selbst lesen,

Die Stück sie zeichn'ten alle drein, Was ihr Glaube war gewesen. Der höchste Irrtum dieser war: Man muß allein Gott glauben, Der Mensch leugt und treugt immerdar, Dem soll man nichts vertrauen. Des mußten sie verbrennen.

wei große Feu'r sie zünd'ten an. Die Knaben sie her brachten. Es nahm groß Wunder jedermann Daß sie solch' Pein verachten. Mit Freuden sie sich gaben drein, Mit Gottes Lob und Singen: Der Mut ward den Sophisten klein Vor diesen neuen Dingen, Daß sich Gott ließ so merken.

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Der Schimpf sie nun gereuet hat,

Sie wollten's gern schön machen. Sie dürf'n nicht rühmen sich der That, Sie bergen fast die Sachen.

Die Schand' im Herzen beißet sie, Und klagen's ihr'n Genossen;

Doch kann der Geist nicht schweigen hie:

Des Abels Blut vergossen,

Es muß den Kain melden.

Die Aschen will nicht laſſen ab,

Sie stäubt in allen Landen.

Hie hilft kein Bach, Loch, Grub noch Grab, Sie macht den Feind zu Schanden. Die er im Leben durch den Mord Zu schweigen hat gedrungen, Die muß er tot an allem Ort Mit aller Stimm' und Zungen Gar fröhlich lassen singen.

och lassen sie ihr Lügen nicht, Den großen Mord zu schmücken. Sie geben für ein falsch Gedicht, Ihr Gewissen thut sie drücken; Die Heiligen Gott's auch nach dem Tod Von ihn'n gelästert werden. Sie sagen, in der letzten Not Die Knaben noch auf Erden Sie soll'n haben umkehret.

Die laß man lügen immer hin, Sie haben's keinen Frommen. Wir sollen danken Gott darin, Sein Wort ist wieder kommen. Der Sommer ist hart vor der Thür, Der Winter ist vergangen,

Die zarte Blümlein gehn herfür:

Der das hat angefangen,

Der wird es wohl vollenden. Amen.

1523.