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Kleine Sammlung geistlicher Lieder
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VI

jener dreizehn Manuskripte, welchen man sich zum Teil nicht ein­mal ganz anzuvertrauen wagt, jetzt, teils von dem ganzen Neuen Testament, teils von einzelnen Teilen desselben, etwa sechshundert Handschriften besitzen, welche, um die durch öfteres Nachschreiben eingeschlichenen Fehler zu korrigiren, mehr oder weniger verglichen worden sind.

Um den nichtgelehrten Lesern eine weitere Vorstellung von den Quellen zu verschaffen, aus denen man zu schöpfen imstande war, fügen wir noch hinzu, daß das Neue Testament seit den ersten Jahr­hunderten übersetzt worden ist. Wir nennen die syrische¹ und die italische Uebersetzung, die wahrscheinlich beide aus dem 2. Jahr­hundert stammen; die letztere wurde im 5. Jahrhundert durch Hieronymus verbessert und kam fortan unter dem Namen Vul­gata in Gebrauch. Außerdem finden sich in den Schriftstellern der beiden ersten Jahrhunderte nach Christo( einer derselben war sogar noch ein Zeitgenosse des Apostels Johannes) zahlreiche, mehr oder weniger genaue Anführungen von Stellen des Neuen Testa­ments. Von diesen Hülfsmitteln haben die genannten Herausgeber des Neuen Testaments fleißig Gebrauch gemacht, um den Text ſo genau und vollkommen als möglich herzustellen; und wie erfreulich ist es, daß, einige ungewiß bleibende Einzelheiten abgerechnet, trotz der verschiedenen Systeme und Theorieen bezüglich der Manuskripte, jene Männer in fast allen erheblichen Veränderungen einſtimmig sind. Die Vorsehung Gottes hat, ungeachtet der Schwachheit der Men­schen, über Sein Wort gewacht, so daß, während man von den berühmteſten und vielgelesenen Klassikern wenige, wie z. B. von Virgil nur etwa sechs Manuskripte, auffinden konnte, man von dem wenig gelesenen und der Welt fast unbekannten Neuen Testament schon in den Besitz von etwa sechshundert Handschriften gelangt iſt. Und selbst die Thatsache, daß diese in Klöstern und öffentlichen Bibliotheken aufbewahrten Manuskripte unbenutzt geblieben sind, ist ein Mittel gewesen, sie desto sicherer und reiner unsern Händen zu überliefern. Gott sei Dank! selbst das mangelhafteste Manuskript enthält die göttliche Wahrheit und alles, was nötig ist, unverfälscht, und die Fehler, welche sich eingeschlichen haben, sind durch Ver­gleichung einer so großen Anzahl von Handschriften beinahe alle beseitigt. Diese Fehler sind teils durch Nachschreiben entstanden, teils dadurch, daß man Worte, um gewisse Stellen des Textes verständlicher zu machen, als Randbemerkungen beifügte und die­

1Beschito genannt; eine andere ist später gemacht.