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Kleine Sammlung geistlicher Lieder
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IV

einge Manuskripte von Rom gesandt worden seien, was jedoch von anderer Seite bestritten wird; und so weiß man nicht genau, welches die Quellen waren, woraus jene auf Kosten des Kardinals arbeitenden Gelehrten schöpften. Lange vermißte man diese Manu­skripte, und erst in neuerer Zeit versichert man, daß sie in Madrid aufgefunden worden seien. Auch macht man jener Ausgabe den Vorwurf, daß sie zu sehr der Vulgata, das ist der lateinischen Uebersetzung der Bibel, gefolgt sei; jedoch sind die Gelehrten, für welche allein dieses Werk von Wert ist, hierüber nicht einſtimmig. Obgleich dieses kostbare und gelehrte Werk das erste war, welches gedruckt wurde, so war doch bereits zwei Jahre vor diesem ein kleineres von Erasmus veröffentlicht worden; dieser hatte jedoch, da in jener Zeit die Manuskripte nicht so zugänglich waren, wie in unsern Tagen, nur wenige derselben und dazu noch unvollkommene, ja, für die Offenbarung nur eine einzige schlechte Handschrift benutzen können, der sogar ein Teil am Ende fehlte, so daß er, um dennoch sein Werk zu vollenden, sich gezwungen sah, das Fehlende durch Uebersetzung aus der Vulgata in das Griechische zu ergänzen.

Zu Ende des 16. Jahrhunderts veröffentlichte R. Stephanus in Paris eine Ausgabe, die er mittelst Vergleichung von dreizehn, in der französischen Königlichen Bibliothek aufgefundenen Manuskrip­ten, sowie nach einem andern, angeblich von seinem Sohne Heinrich untersuchten, bearbeitet hatte. Die letztgenannte Handschrift gehörte zu jener Zeit Beza und wird jetzt in Cambridge aufbewahrt. Am Ende des 16. Jahrhunderts veröffentlichte Beza selbst eine Ausgabe des Neuen Testaments nebst einer Uebersetzung desselben. Die meisten der europäischen Uebersetzungen sind daher nach der einen oder andern dieser frühen Ausgaben bearbeitet. Auch eine etwas später von den holländischen Buchhändlern Elzevier ver­anstaltete Ausgabe des Urtertes vom Neuen Testament war wenig von der Stephanischen verschieden, obgleich man sich erkühnte, ihr den Titel: Textus ab omnibus receptus( allgemein angenommener Text) zu geben, unter welchem sie bis jetzt noch immer bekannt iſt.

Der fromme und gelehrte A. Bengel in Deutschland bemühte sich, einen genauern Text durch eine weitere Untersuchung zu er­langen, und war, soviel wir wissen, der erste, der auf die Klassen der zahlreichen Manuskripte( gewöhnlich Familien" genannt) die Aufmerksamkeit richtete. Auf die Einzelheiten dieses Gegenstandes dürfen wir uns hier nicht näher einlassen, sondern bemerken nur, daß man gewöhnlich zwei Hauptklassen der griechischen Manuskripte