Druckschrift 
Geraer Gesangbuch : zum Gedenktage der feierlichen Einweihung der neuerbauten St. Johanniskirche am 18. Sept. 1885
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ältere unverändert gebliebene

444

ist heut' der letzte Tag! Wer weiß doch, wann ich sterben mag?

6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, 6. Ewigkeit, du Donnerwort, dein Wort, das Gottes Weide heißt, o Schwert, das durch die Seele der Herde rein zu geben. Laß alle bohrt, o Anfang sonder Ende! OHörer Thäter sein, damit kein fal­Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß scher Heuchelschein des Glaubens vor großer Traurigkeit nicht, wo Kraft verleugne. ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt!

7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei be­fehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; fommt aber einst die Ewig­feit, dann wird sie triumphieren.

Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c.

1038. Gottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große

Mel. Gott des Himmels und 2c.

Treue des ew'gen Gottes offenbar; 1039. Hallelujah, schöner Mor­

und nun will er aufs neue den alten hoch beschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren.

gen, schöner als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut.

2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priester­tum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet.

3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn fie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden.

4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist und mach' uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh' uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben.

5. Hierzu erhalt' uns Herr dein Wort samt Tauf' und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr; laß Kirche, Schul', Tauf' und Altar uns deine Wege zeigen.

2. Ach wie schmeck' ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Wortes grüner Au; da hat wohl die Morgenstund' edlen Schatz und Gold im Mund.

3. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute gilt's ein andres Thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn; heut' schickt keine Arbeit sich, als nur Gottes Werk, für mich.

4. Hier in heil'ger Sabbathsstille will ich voller Andacht sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist.

5. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach' mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches dir zu Her­zen bringt.

Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und