Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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V. Gebete.

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Weil mir aber die Stunde meines Feierabends verborgen ist, so lehre mich, daß ich alle Stunden und Augen­blicke fertig sei, einen seligen Abschied

machen, die Welt willig lassen, mit Fried und Freuden einschlafen und mit dir und allen Auserwählten den ewigen Ruhe- und Feiertag halten möge. Amen.

7. Um beständigen Glauben.

Herr Jesu Christe, ich weiß ja, daß der wahre christliche Glaube und das herzliche Vertrauen auf deinen Namen eine eble, lautre Gabe Gottes ist, die gegeben wird denen, die deinem Worte gehorchen. Ich danke dir, daß du dies heilige Licht auch in meinem Herzen angezündet und mir gegeben hast, daß auch ich, obwohl noch mit großer Schwachheit, jedoch mit solchem schwachen Glauben all meine Zuver­sicht auf dich allein seze. Mein Hei land, erhalte und mehre in mir mei­

nen Glauben! Ich glaube ja, aber hilf du meiner Schwachheit allzeit auf! Laß das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen bis an mein Ende, auf daß ich dich mit gläubigem Herzen alle Augenblicke fest halte, mit Herz­licher Zuversicht auf dich gänzlich traue, mich an deinen himmlischen Gnadenschätzen allzeit ergöße, Fried und Trost daraus empfinde, und alle meine Lust und Freude täglich an dir haben möge bis an mein Ende. Amen.

8. Gebete für Kranke und Sterbende.nl 118

1.

D Herr Jesu Christe, du mein treuer Heiland, Erlöser und Seligmacher, der du gesprochen hast: ,, Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und be­laden seid, ich will euch erquicken," auf dieses dein Wort komme ich zu dir, beladen mit großer Schwachheit des Leibes und der Seele. Ich bitte dich von Herzen, erbarme dich meiner und erquicke meine Seele mit deinem Troste. Herr Jesu, dir gebe ich mei­nen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Du bist mein treuer Heiland, du hast mich durch dein teures Blut erlöſet. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Laß mich mit Geduld deiner Hilfe warten, auf daß ich deinen Namen loben und dich ewig preisen möge. Amen.

2.

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du ſollst mich preisen," so rufe ich auch zu dir in meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte, du wollest mich armen fündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht ist zum Tode, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft ver­kündige und preise. Ist es mir aber nüßlicher, aus diesem Leben zu schei­den, so geschehe, Herr Gott, dein gnä­diger guter Wille. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich er­gebe. Erhalte mich fest im christlichen