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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-lutherischen Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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Die 21 Artikel des Glaubens 2c.

1. Kor. 2: Der natürliche Mensch Joh. 8: Der Teufel redet Lü­vernimmt nichts vom Geist gen aus seinem Eigenen. Gottes.

Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehrt werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jezund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon:

" 1

Wir bekennen, daß in allen Men­schen ein freier Wille ist; denn sie haben je alle natürlichen, angebor: nen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als: Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten; sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als: auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu effen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder aus­

zuthun, zu bauen, ein Weib zu neh­men, ein Handwerk zu treiben und dergleichen etwas Nützliches und Gu­tes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederzuknieen, einen Totschlag zu thun 2c."

Der XIX. Artikel. Von Ursach der Sünden.

Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehrt, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Veräch­tern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht

Der XX. Artikel.

Dom Glauben und guten Werken.

Den Unsern wird mit Unwahr­heit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von Zehn Geboten und andere beweisen, den und Werken guten nüßlichen daß sie von rechten christlichen Stän­Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit in allen Predigten auf kindische, un­wenig gelehrt hat, sondern allermeist nötige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönchewerden, Wall­fahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brü­derschaften 2c. getrieben. Solche un­Widerpart nun nicht mehr ſo hoch, nötige Werke rühmt auch unser als vor Zeiten; dazu haben sie auch den, davon sie doch in Vorzeiten gelernet, nun vom Glauben zu re­gar nichts gepredigt haben; lehren aus Werken gerecht werden vor Gott, dennoch nun, daß wir nicht allein sondern setzen den Glauben an Chri­stum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen mag, denn so man allein lehrt, auf Werke zu vertrauen.

Dieweil nun die Lehre vom Glau­ben, die das Hauptstück ist im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht ge­trieben worden, sondern allein Werk­lehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Un­terricht geschehen:

Erstlich daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern sol­ches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubt, daß uns um Christus willen die