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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-lutherischen Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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Die 21 Artikel des Glaubens 2c.

Gottesfurcht, keinen wahren Glau- richten die Lebendigen und die To­ben an Gott von Natur haben kön- ten 2c. laut des Symboli Aposto­nen; daß auch dieselbige angeborne lorum. Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die­jenigen unter ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und hei­ligen Geist wiederum neu geboren werden.

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Sieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erb­fünde nicht für Sünde halten, da­mit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi.

Der III. Artikel.

Von dem Sohne Gottes.

Item es wird gelehrt, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in Einer Person, also unzertrennlich vereinigt, Ein Christus sind, welcher wah­rer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gefreuziget, ge storben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erb­sünde, sondern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn versöhnete.

Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Him­mel, sigend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Ga­ben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schüße und beschirme.

Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu

Der

Artikel.

Von der Rechtfertigung.

Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genug­thun, sondern daß wir Vergebung

der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden, um Christus willen, durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Glauben will Gott für Gerechtig­Leben geschenkt wird. Denn diesen keit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zun Römern

am 3. und 4.

Der V. Artikel.

Vom Predigtamt. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt ein­gesett, Evangelium und Sa kramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evan­gelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Ver­dienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben.

und werden verdammt die Wie­dertäufer und andere, ſo lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlan­gen.