Druckschrift 
Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg : [nebst] Zur Liturgie [und] Gebete für evangelische Christen auf alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern Feiern und Anlässen [und] Episteln und Evangelien [...]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Episteln und Evangelien.

Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, dei­nen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge­müthe; dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lie­ben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pha­risäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christus? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Rech­ten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand tonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen.

Am 19. Sonntage nach Trini­tatis.

41

Evangelium. Mattb. 9, 1-8.

Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ih= ren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir verge­ben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sa­gen: Dir sind deine Sünden verge­ben! oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gege­ben hat.

Am 20. Sonntage nach Trini­tatis.

Epistel. Epef. 4, 22-28.

Epistel. Ephef. 5, 15-21.

So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Men= So sehet nun zu, wie ihr vorsich­schen, der durch Lüste in Irrthum sich tiglich wandelt, nicht als die Unwei­verderbet; erneuert euch aber im sen, sondern als die Weisen. Und Geist eures Gemüths, und ziehet den schicket euch in die Zeit, denn es ist neuen Menschen an, der nach Gott böse Zeit. Darum werdet nicht un­geschaffen ist in rechtschaffener Ge- verständig, sondern verständig, was rechtigkeit und Heiligkeit. Darum da sei des Herrn Wille. Und saufet leget die Lügen ab und redet die euch nicht voll Weins, daraus ein Wahrheit, ein jeglicher mit seinem unordentlich Wesen folget, sondern Nächsten, sintemal wir unter einan- werdet voll Geistes, und redet unter der Glieder sind. Zürnet und fündi- einander von Psalmen und Lobge­get nicht, laffet die Sonne nicht über sängen und geistlichen Liedern, sin­eurem Zorn untergehen. Gebet auch get und spielet dem Herrn in eurem nicht Raum dem Lästerer. Wer ge- Herzen. Und saget Dank allezeit für stohlen hat, der stehle nicht mehr, son- alles Gott und dem Vater, in dem dern arbeite und schaffe mit den Hän- Namen unsers Herrn Jesu Christi. den etwas Gutes, auf daß er habe Und seid unter einander unterthan in zit geben dem Dürftigen. der Furcht Gottes.