Episteln und Evangelien.
35
und die Bornehmsten im Volk trach-| solch Gleichniß: Es gingen zween teten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn.
Epistel. 1 Cor. 15, 1-10.
sich selbst erniedriget, der wird erhöHet werden.
Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phartsäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zwier in der Wo= che und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand Ich erinnere, euch aber, lieben von ferne, wollte auch seine Augen Brüder, des Evangelii, das ich euch nicht aufheben gen Himmel, sondern verkündiget habe, welches ihr auch schlug an seine Brust und sprach: angenommen habt, in welchem ihr Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich auch stehet, durch welches ihr auch sage euch: Dieser ging hinab gerechtselig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihrs behal- Denn wer sich selbst erhöhet, der fertigt in sein Haus vor jenem. ten habt, es wäre denn, daß ihrs wird erniedriget werden; und wer umsonst geglaubet hättet! Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, beren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen; darnach ist er geseHen worden von Jacobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.
Am 11. Sonntage nach Trinitatis.
Evangelium. Luc. 18, 9-14.
Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein
Am 12. Sonntage nach Trinitatis.
Epistel. 2 Cor. 3, 4-11.
Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geiftes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verklä


