über, und durch ihre Anwendung auf uns selbst, wird es Gebeth. Der Verstand
muß den Sinn der Worte einsehen und bes denken; das erz muß die erkannte Wahrs heit empfinden und sich zu Nuge machen.
Das Gebeth, es bestehe nun in Lobpreisungen Gottes, oder in Danksagungen, oder in Bitten, oder in Bekenntnissen und Aufopferungen, ist nichts anders als eine Belebung unserer Vorstellungen von Gott zur Erweckung guter Empfindungen und Ents schließungen. Eben deßwegen wird Religion und Tugend, und vermittelft dieser unsere Vollkommenheit und Glückseligkeit, durch das Gebeth auf eine so vorzügliche Art befördert, daß unsere Verpflichtung zum Gebeth so stark ist, als unsere Verbindlichkeit, uns eines jeden Mittels zu bedienen, wodurch wir vollkomme nere und glücklichere Menschen werden können. Gott selbst will unsere Glückseligkeit, und es kann ihm also unser Gebeth, wenn es rechter Art ist, nicht unangenehm seyn. Er gibt
uns zwar, auch ungebethen, unzählich viel Gutes: aber manches wird erst unter der Bedingung eines frommen Gebeths für uns gut, und wir machen uns erst dadurch seiner Wohlthaten fähig.
Den meisten Christen scheint es an dies sen richtigen Begriffen von der Beschaffenheit und


