chen; und seine größten Güter, die er uns bereitet, sind von ganz anderer und höherer Art, als die, welche wir von unsern leiblichen Vå tern und Wohlthätern gemeiniglich erbitten, erwarten und empfangen. Was wir am
meisten bedürfen, und was die wichtigste Ans gelegenheit für uns seyn sollte, ist uns nicht sichtbar, nicht dringend genug. Unser Geist muß sich anstrengen, wenn er sich vom Jer, dischen und Vergånglichen loßreißen, zum Himmlischen und Ewigen erheben soll. Das Her muß unser Herz erst durch lebhafte Vors stellungen und rührende Betrachtungen zubes reitet und in Bewegung gesetzt werden, bis es sich im Gebeth ergießen kann.
Dazu sind denn auch Gebethbücher eigent lich bestimmt. Sie sollen der Seele eine Bey Hilfe geben, sich der Lehren der Religion, Weisheit und Tugend mit Empfindung ihrer Wahrheit, Wichtigkeit und Wohlthätigkeit zu erinnern, und ihre Andacht so damit zu unterhalten, daß sie bleibenden Eindruck machen und zu herrschenden Gesinnungen wer den. Sie sind Anweisungen und Anleitungen zum Selbstbethen, um ihrer einst nicht mehr zu bedürfen.
Eine Gebethformel Herlesen heißt nicht bethen. Erst durch das Nachdenken dars über,


