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An den Leser.
Eine nöthige Vorbereitung, die mehr als einmal gelesen und beherzigt werden sollte.
D er Gebethbücher bedient man sich meis
stens zur Unterhaltung in der Kirche. Besser wäre es, wenn man dieses Mittels, der Zers streuung und langen Weile zu wehren, gar nicht bedürftig ware; und nach der Natur des Gebeths zu urtheilen, scheint es überflüssig zu seyn.
Ein Kind darf es nicht erst aus einem Buche lesen, was es seinem Vater zu sagen hat; es läßt sein Herz reden. So dürfen und sollten auch wir in der Einfalt unsers Herzens zu Gott bethen. Dazu ist keine Kunst, kein Wortgeprånge nöthig. Das Bethen sollte uns nicht schwerer seyn, als eis nem Kinde das Sprechen mit seinem Vater ist. Aber unser Vater im Himmel ist ein ganz geistiges, unsichtbares, über alle unsere Begriffe erhabenes Wesen. Seiner täglichen Wohlthaten sind wir schon so gewohnt, daß sie keinen lebhaften Eindruck mehr auf uns mas chen;


