( istance
an den frommen Bether.
XIII
Du erlaubest mir auch, mein Vater! um mein zeitliches Wohl Dich zu bitten. Aber da habe ich erst wohl zu bedenken, ob das, was ich wünsche, auch wahrhaft gut ist, ob es mir schon jetzt und in der Zukunft ersprießlich seyn wird, ob es mich selbst besser machen kann; denn wie oft werde ich vom Scheine geblendet, wie oft schon hat mich meine Einbildung und Erwartung betrogen! Und wie dürfte ich etwas verlangen, das zwar mir vors theilhaft, aber meinem Nächsten nachtheilig seyn könnte, der auch dein Kind ist, wie ich; und für den Du auch, wie für mich, väterlich sorgest? Vielmehr soll ich ja nur darum meinen Zustand zu verbessern suchen, damit ich auch Andern dadurch nüßlich werden möge.
--
-
Aber auch bey der besten Meinung und Absicht darf ich von Dir nicht Wunder fordern, noch erwar ten, daß Du meinetwegen von deiner weisen Ordnung, nach welcher Du den Gang der Dinge eingerichtet hast, abgehen sollst, obwohl dein Arm nicht abgekürzt ist, und Du als Herr der Natur auch den Elementen gebiethest. Das hast Du mir niemahls verheißen, sondern Du hast mir Vernunft gegeben, um nachzudenken, wie ich mir erst selbst helfen, oder wo ich Hülfe suchen soll, welche Mittel
und Vorsicht ich anzuwenden, welche Hindernisse ich zu überwinden, welche wahrscheinliche Aussichten ich vor mir habe; damit ich mich nicht mit vergeblichen Wünschen und Hoffnungen aufhalte und quäle.
-
-
Bater! nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Dieß Gebeth deines Sohnes sey auch


