Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Königl. Bayerischen Hofprediger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürstbischöfl. Ordinariats zu Wien, d. Fürstbischöfl. Seckauer Ordinariats zu Grätz usw. [d. bayer. Bistümer]
Entstehung
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an den frommen Bether.

nen. Aber wie gestärkt stand Er vom Gebethe auf; wie standhaft ging er seinem Leiden entgegen; und wie selig war der Ausgang desselben! Dieß sen auch mein Trost, wenn ich nicht gleich und allezeit Hülfe erlange, wie ich es wünsche.

O wie groß ist die Wohlthat und Kraft des wahren Gebethes! wie tröstend und stärkend ist es!

Es soll mich immer besser, und edler gesinnt, zu­friedener und deiner Gaben würdiger machen; darum hast Du es zum Mittel und zur Bedingniß verord­net, viele deiner Gaben und Wohlthaten zu erhal­ten. Kann mir wohl das Bethen noch eine beschwer. liche Pflicht seyn? Muß ich es nicht für mein größ­tes Glück schäßen, daß ich armes Geschöpf mit Dir, meinem Schöpfer, mich so nahe bekannt machen, so vertraulich umgehen, und von meinen Angelegenhei­ten reden kann, wie ein Kind mit seinem Vater. O laß mich daben nur die wahre Absicht und Wei­fe zu bethen, nie verfehlen, damit ich auch Frucht und Nußen davon habe. Jedes Gebeth bringe ei­nen guten Vorsatz in mir hervor, oder bestär­ke mich darin. So werde ich erfahren, was das Ge­beth vermag.

Gebeth.

zur Anweisung, um was man bethen soll.

O Gott! mein Herz liegt vor Dir offen; Du fichst meine Wünsche, ehe ich sie als Bitten Dir vor­tragen will. O möchten sie auch so beschaffen seyn, daß fie Dir gefallen; und erfüllet werden können!

xi

Herr! Du hast gesagt:» Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan.« Ja, alles wahre Gute, dessen ich bedürftig und fähig bin, kann ich von dei­ner weisen Güte erwarten, wenn ich es mit ernftli­