Vorwort d
porzusagen, daß mir nicht von Herzen ginge; etwas u versprechen, was ich nicht zu halten gesinnt wäe- um Güter zu bitten, die ich mir nicht ernstlich erwerben und zu Nußen machen wollte.
TII
Zerstreuungen, die mir selbst unlieb sind, rechnest Du mir nicht zur Schuld. Ich will nur, sobald ich fie merke, meine Gedanken sammeln, und sie wieder auf das richten, was ich bethe. Wenn es mir gleich nicht allzeit von statten gehet, wenn ich schon den süßen Trost des Gebethes oft nicht empfinde; so soll mich das nicht abwendig machen. Du siehst auf den guten Willen; und es kommt Alles darauf an, wie Du diesen ben mir findest.
Kraft und Frucht des Gebethes.
O Gott! Du heißest mich bethen. Ich werde so oft dazu ermahnt; und ich erkenue es auch selbst gar wohl, wie gut und nothwendig es ist. Aber die wahre Absicht und Kraft des Gebethes bedenke ich noch allzuwenig; und darum habe ich so geringenEifer dazu, und so selten rechten Nußen davon. Ich bethe oft nur, um zu bethen, des Gebrauches wegen, und weil es seyn muß, um Dir gleichsam die schuldige Aufwartung zu machen, um einen Dienst zu entrichten, den Du mir wieder vergelten solltest; oder es treibt mich die Noth zum Gebeth, weil ich dadurch gleichsam zu erzwingen hoffe, was ich wüns sche. Aber das ist oft ein unverständiges Gebeth, das Du nicht erhören kannst; und dann klage ich doch noch, daß ich umsonst gebethet habe.
Du, o großer Gott! branchst zu deiner Verherrlichung mein armes Gebeth nicht. Du darfst nicht so, wie ehrgeizige oder hartherzige Menschen, erst durch wehmüthige Bitten bewegt werden. Aus eigewwüte bist Du immer geneiat zum Erbarmen und


