Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Königl. Bayerischen Hofprediger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürstbischöfl. Ordinariats zu Wien, d. Fürstbischöfl. Seckauer Ordinariats zu Grätz usw. [d. bayer. Bistümer]
Entstehung
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an den frommen Bether.

und seine Gerechtigkeit; das Ulebrige wird euch als Zugabe zu Theil werden. Die Er­füllung der göttlichen Gebothe erfüllt auch das Haus mit dem Segen der zeitlichen Nothdurft. Was den Ueberfluß betrifft, so ist er dem Menschen nicht immer zum Segen; und wer möchte sich denselben auch nur wünschen, wenn Gott ihn versagt, weil Er unser gegenwärtiges und künftiges Leben zugleich im Auge hat?-Vor Gott gibt es in Bezug auf uns nur Ein wahres Gut- unser ewiges Heil; alles Uebri­ge ist nur in so ferne gut, als es zu unserm ewigen Heile( zu unserer Besserung und geistigen Vervoll­kommnung) beyträgt, und wird ein liebel, sobald es uns in Rücksicht auf dasselbe hinderlich wird. Darum Fönnen äußere Glücksumstände, Reichthum, hohe Würden, und selbst die Gesundheit, allerdings gro­Be Uebel für die Menschen werden; und wirklich schei­nen sie einem großen Theile derselben mehr zum Falle, als zur Auferstehung zu dienen. Denn der irdisch gesinnte Mensch sieht sie mehr als 3 weck, denn als Mittel an, und wenn er um sie thörich­ter Weise zu Gott bethet, so will er nichts anders, als seine Thorheit Gott selber aufbürden, und Ihn zum Theilnehmer derselben machen.

Lassen wir uns von einem so gewöhnlichen Wah­he heilen, und bethen wir nimmermehr anders, als zuerst um das eine Nothwendige:» Bater! dein Nahme werde geheiliget; dein Reich komme zu uns, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!« dann erst um un­sern täglichen Unterhalt.

In diesem Geiste ist gegenwärtiges Gebeth- und Erbauungs- Buch abgefaßt. Damit nun auch dein Herz, frommer Bether! von diesem Geiste beseelet verde, so erhebe es öfters mit möglichster Andacht zum Vater der Lichter, von welchem alle guten Ga­ben und alle vollkommenen Geschenke herabkom­men, und sprich folgendes