Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Königl. Bayerischen Hofprediger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürstbischöfl. Ordinariats zu Wien, d. Fürstbischöfl. Seckauer Ordinariats zu Grätz usw. [d. bayer. Bistümer]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vorwort

then? wer sich nicht glücklich preisen, bethen zu kön ner, und nicht die Augenblicke des Gebethes für di schönsten und seligsten seines Lebens.halten?

Aber wer lehrt uns also bethen?

Gott selbst durch Jesus Christus, und seine heilige Kirche. Da lernen wir im Nahmen Gottes die Sprache Gottes zu Gott reden.

IV

Der Mensch spricht so gern, selbst vor Got die Sprache seiner Eigenliebe; er bethet i seinem eigenen Nahmen, ohne zu wissen, was e thut; er kommt über diese Welt und sich selbst nich so leicht hinweg; er verlangt immer weniger nad Gott, als nach seinen zeitlichen Gaben; ja, bethent ahnet er oft kaum, was ihm eigentlich Noth thut Daher kommt es, daß sein Gebeth häufig unnü bleibt, und daß er über Mangel an Gebeths- Erho rung klaget. Sein Bethen ist thöricht; e will Gott Gewalt anthun. Das wahre Ge beth trägt seine Erhörung schon in sich. Christus selbst spricht:» Um was ihr immer den Ba ter in meinem Nahmen bitten werdet das wird Er euch geben. Wenn ihr, di ihr doch böse seyd, wisset, euern Kinder gute Gaben zu geben, so wird ja and Gott seinen guten Geist denen geben die Shu darum bitten. Und wenn ihr i diesem Geiste- wollte der Heiland sagen- imme bitten werdet; so ist auch immer die Erhörung ge wiß. Die geistigen Gaben, die dann immer unse Erstes sind: die Sündenvergebung, die Heiligung die Einigung mit Gott, kurz die Umwandlung Geistes nach Gottes Willen, theilen sich und ar das wahre Gebeth zum Theile schon wirklich i theils machen wir uns derselben würdig und empfäng lich; und die leiblichen Gaben folgen immer en ge stigen nach Gottes ewiger Ordnung- schon vo selbst nach. Auch dieses versichert Christus ausdrüc Chat norerst das Reich Gotte