155
Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit.
Voll von heiligen Entschlüssen, schwur ich dann, dir treu zu seyn, und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig wollt ich da mein Leben dir, mein Gott, zu Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn.
Aber, ach! zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht, sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plößliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Menge mich umringt; das ist's, was zum Fall mich bringt.
Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du rachen; bösen Vorsaß strafst du nur. Hått' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich) bein, höchstes Gut, nie können freun.
Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Günde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib ich immer schwach; o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sey.
Wenn ich falle, laß michs merken; laß mich streben aufzustehn; eile, mich dein Kind, zu stárken; lehre mich selbst fester gehn; warne mich; sen mein Begleiter, täglich führe, Gott mich weiter, bis ich in der Ewigkeit bringe zur Vollkommenheit.
Begnadigung durch Christum.
Mel. Vom Himmel hoch, da ic.
Wohl dem, dem seine Missethat vergeben ist, dee Gnade hat, den Gott, weil er zu ihm sich kehrt, für schuldlos und gerecht erklärt.


