Druckschrift 
M. Johann Friedrich Heinrich Cramer's weil. Stadtpredigers in Dresden Beicht- und Communion-Buch / nach der 15. Aufl. verbessert und zum Theil umgearbeitet von M. Gottfried Erdmann Petri, Kirchen- und Schulrathe bei der Kgl. Sächs. Oberamts- Regierung zu Budissin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

so bekommt sein Glaube an den Heiland der Welt dadurch mehr Festigkeit und Gewißheit, so, daß er freudig sagen kann: Ich weiß, an wen, und was ich glaube.

Das Abendmahl wird uns ferner nützlich, indem es uns von der Vergebung der Sün­de versichert. Gut machen kann das Abend­mahl unsere vorigen Sünden nicht, es ist kein neues Versöhnungsmittel; wohl aber ist es ein Unterpfand von der Vergebung der Sünde, Die wir bei aufrichtiger Buße und bei redlicher Besserung, um des Versöhnungstodes Jesu willen, erlangen sollen. Denn indem wir Brod und Wein im Abendmahl genießen, und dabei des Leibes und Blutes Jesu theilhaftig wer den, so werden wir inne, daß der Tod Jesu auch uns angehe, daß er auch zu unserem Besten denselben erduldet habe, und daß die Früchte desselben auch auf uns übergehen. Auch mich, spricht dann der Christ, auch mich hat Gott so sehr geliebt, daß er seinen Sohn für mich sterben ließ; auch mich hat Jesus so werth geachtet, daß er mich mit Aufopferung seines Lebens dem Elende der Sünde entriß; auch ich soll um seinetwillen von Gott begnas » diget werden. Nun darf ich Gott nicht als ,, einen strengen, unerbittlichen Richter fürch­ten, nun kann ich zu ihm, als einem barmhers sigen Vater, kindliches Zutrauen faffen. Wohl mir, daß ich durch Jesum mit Gott versöhnt