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Die Wallfahrt zur heiligen Jungfrau Walburga auf dem Lammberg bei Cham : ein Gebet- und Betrachtungsbuch für alle andächtigen Verehrer der heiligen Jungfrau Walburga / von Xaver Maßl, Stadtpfarrer in Cham. Mit e. lithogr. Kupfer
Entstehung
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heil. Walburga an diesem Orte von Gott Hilfe in ihren Nöthen suchten. Dessen ein Beweis ist, was man noch aus den Zeiten weiß, da die Graf schaft Cham eine Zeitlang dem Lutherthume an­heimgefallen war. Wie nämlich an vielen Orten die fanatische Wuth der Anhänger Luthers die Gräber der Heiligen zerstörte, die heiligen Reliquien entehrte, verbrannte, und die Asche in den Wind streute, so unterlag auch dieser der heil. Walburga geweihte Ort und Tempel der Zerstörungswuth der damals in der Grafschaft Cham sich festgesetzten Lutheraner. Allein ob auch Walburgä Rast in einen Schutthaufen zerfallen war, so konnte das doch nicht hindern, daß aus dem angränzenden Bayern die Andächtigen ihre Wallfahrten auf den Lammberg fortsetzten; ja, ob auch die lutherischen Pfleger zu Cham namentlich an den Wallfahrts­tagen die Gerichtsdiener hinausschickten, die Katho­liken, welche gekommen waren, ihre gewohnte An­dacht zu verrichten, mit Gewalt zu vertreiben, so ließen die Verehrer der heil. Walburga doch nicht ab, immer wieder zu kommen, und selbst ihre Opfer auf den Ueberresten. der Mauern niederzulegen. So geschah es einst, daß eine lutherische Näherin zu Chammünster einen der heil Walburga geopfer­ten Flachs auf der zerfallenen Kirchmauer fand; ste nahm ihn mit der spöttischen Aeußerung: der tauge ihr gerade recht zu einem Zwirn. Da sie aber den Flachs abgesponnen, wurde sie kontrakt und am ganzen Leibe aussäßig. Sie erkannte nun ihre That als eine von Gott straffällige Handlung, und schickte so viel Flachs, als sie entwendet mit

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