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Schon zu ihren Lebzeiten verherrlichte Gott seine Dienerin Walburga durch Wunder, von denen ich nur diese zwei anführen will. In der Nähe von ihrem Kloster lebte ein vornehmer Mann auf seinem Landgute; seine einzige Tochter lag in den Zügen. Da pochte es spät in der Nacht an der Thüre; auf die Frage, wer poche, hörte er die Antwort: ,, Ich bin Walburga, wenn du glaubst, daß Gott der höchste Arzt ist, der alle Krankheiten heilet, so wirst du von ihm großen Trost erlangen." Der Mann öffnete voll Schrecken die Thüre, denn er konnte sich nicht denken, wie Walburga aus dem verschlossenen Kloster zu ihm komme. Walburga aber erwiderte ihm es sei nicht ohne Ursache ge schehen, und verlangte sogleich zur Sterbenden geführt zu werden. Sie brachte die ganze Nacht im Gebete bei ihr zu, und des andern Tages brachte sie die am Abende schon in den Zügen liegende Tochter frisch und gesund zu ihren Eltern heraus. Es war im Kloster der heil. Walburga die Sitte, daß bei einbrechender Nacht das Schlafgemach der Jungfrauen erleuchtet werden mußte. Einmal aber verweigerte Grumerandus, der Schaff ner des Klosters, aus Eigensinn den Jungfrauen das Licht. Die heil. Walburga ertrug diese Schmach mit demüthiger Geduld, obwohl sie als Abtissin Mittel gehabt hätte, den Schaffner zur Verabreichung des Lichtes zu vermögen. Sie ermahnte auch die übrigen Jungfrauen, sich ohne Licht zu gedulden, und ruhig ihr Abendmahl einzunehmen; Walburga aber faſtete und begab sich zum Gebete. 2nd sieh, kaum hatte sie eine kurze Zeit gebetet, 2


