Druckschrift 
Die Wallfahrt zur heiligen Jungfrau Walburga auf dem Lammberg bei Cham : ein Gebet- und Betrachtungsbuch für alle andächtigen Verehrer der heiligen Jungfrau Walburga / von Xaver Maßl, Stadtpfarrer in Cham. Mit e. lithogr. Kupfer
Entstehung
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auf einer harten Lagerstätte, und ihre Nahrung bestand an mehreren Tagen der Woche in nichts andern als in Wasser und Brod. Eine solche Tu­gend konnte auch unter den Männern des Klosters nicht verborgen bleiben, ihr Ruf breitete sich in der ganzen Umgegend weit und breit aus, und schon ihr Name flößte allen denen, die von ihr hörten, eine besondere Ehrfurcht vor dem Christen­thume ein, welches so erhabene Tugenden an den Bekennern desselben offenbar machte; viele wurden durch ihr bloßes Beispiel zum Christenthume be­kehrt, viele im Glauben bestärkt, viele wurden durch das weithinstrahlende Licht der Heiligkeit der Abtissin Walburga und ihrer untergebenen Jungfrauen zu einem frömmeren und vollkommeneren Leben auf gemuntert.

Im Jahre 760 starb ihr Bruder, der heil. Abt Wunibald in dem Kloster zu Heidenheim, und so groß war die Hochachtung, die man gegen ihre Tugenden und gegen ihre anerkannten Gna­den trug, welche sie von Gott empfing, daß ihr vom heil. Bischof Willibald zu Eichstädt auch die Oberaufsicht über das Mannskloster zu Heidenheim übertragen wurde, dem der heil. Wunibald vorge­standen hatte. So war sie nun Abtissin zweier Klöster, eines Mannskloster und eines Frauenklo­sters, und während der neun Jahre, als sie beide Klöster unter ihrer Oberaufsicht hatte, rechtfertigte sie durch ihre Weisheit und durch ihre Milde, wodurch sie beide Klöster immer auf der Höhe der reinsten Sitten und der erbaulichsten Frömmigkeit zu erhalten wußte, ihre Erhebung zu dieser Würde.