Druckschrift 
Die Wallfahrt zur heiligen Jungfrau Walburga auf dem Lammberg bei Cham : ein Gebet- und Betrachtungsbuch für alle andächtigen Verehrer der heiligen Jungfrau Walburga / von Xaver Maßl, Stadtpfarrer in Cham. Mit e. lithogr. Kupfer
Entstehung
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gend oder eines guten Werkes an, worin sie nicht selbst schon die ersten und größten Fortschritte ge­macht hatte. Alle Reden und Handlungen der heil. Abtissin hatten das Gepräge der Frömmigkeit, der Sanftmuth und der Liebe, und man konnte ihrem Eifer zum Guten, zur klösterlichen Zucht und zur Beförderung eines vollkommen Lebens nicht wi­derstehen, weil man das Wirken des heil. Geistes, aus dessen Antrieb sie allein handelte, und nie ihren eigenen Willen suchte, nicht mißkennen konnte. Ihr Gebeteifer war unermüdlich und nicht nur ob­lag sie dem Gebete zu den gewöhnlichen Zeiten, sondern auch des Nachts stand sie auf zum Gebete und zu den Betrachtungen, in welchen sie oft mehrere Stunden verweilte; sie unterhielt eine un abläßige Andacht, welche wie eine unauslöschliche Lampe vor dem Allerheiligsten in ihrem keuschen, jungfräulichen Herzen brannte, deren Flamme sie beständig mit dem Dele der Liebe Gottes und des Nächsten ernährte. In ihrer ungeheuchelten De­muth hielt sie sich für die Magd der übrigen Jungfrauen im Kloster, und sie nahm sich deßhalb auch von keiner Arbeit aus, sondern oblag zum erbaulichen Beispiele der Übrigen allen vorkommen­den Arbeiten, um ja in den Stunden, die ihr von ihrem Gebete und von der Uebung anderer Werke der Gottseligkeit übrigblieben, nicht müßig zu seyn; denn als eine von Gott so hoch erleuchtete Seele sah sie wohl ein, daß man dem Versucher keinen Augenblick Zeit geben dürfe, weil er leicht eine Gewalt über eine müßige Seele finde. Den kurzen Schlaf, den sie sich gönte, nahm sie größtentheils