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Gebet einen furchtbaren Meeressturm abgewendet hatte, glücklich mit etwa noch 30 anderen Klosterjungfrauen am 4. August 748 zu Mainz bei ihrem Onkel, dem heil. Erzbischof Bonifazius an. Nach gepflogenem Rathe mit dem Erzbischofe und ihren Brüdern, den Bischof von Eichstädt und dem Abte zu Heidenheim, erbaute dieser ein zweites Kloster nahe bei dem seinigen zu Heidenheim, und Walburga bezog es mit noch mehreren andern Jungfrauen aus ihrem Gefolge, und stand denselben als ihre Oberin und Abtissin vor.
II.
Walburga leuchtet mit allen Tugenden, wird Abtissin beider Klöster, und stirbt im Geruch der Heiligkeit.
Walburga wäre wohl lieber die geringste Schwester des Klosters gewesen, als daß ihr der Stab einer Abtisfin in die Hand gegeben war, Andere zu regieren; da sie aber einmal nach dem Willen ihrer beiden Brüder, des Bischofes in Eichstädt und des Abtes zu Heidenheim die Leitung der übrigen Jungfrauen übernehmen mußte, so wollte się dieselben mehr durch die Macht ihres Beispieles als durch die Macht ihres Amtes regieren, und wie sie die erste dem Range nach war, so wollte sie sich auch von keiner Anderen durch die Tugend und Gottseligkeit übertreffen lassen. Sie war allen Jungfrauen im Kloster ein Spiel aller Tugenden, eines vollkommenen in Jesu Christo verborgenen Lebens, und hielt Keine zur Ausübung einer Tu


