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und kamen nach Nom. Der jüngere, Wunibald blieb daselbst mehrere Jahre in Uebung aller Frömmigkeit, der ältere aber, Willibald, begab sich nach Jerusalem, um dort auf dem heiligen Grabe unsers Herrn seine Andacht zu pflegen.
Im Jahre 728 kam der heilige Bonifazius nach Rom, um von Papst Gregor II. mehrere Mitarbeiter zur Ausbreitung des Christenthums in Deutschland zu erhalten, und weil er in Rom Wunibald, seiner Schwester Sohn, antraff, so nahm er ihn sogleich nach Deutschland mit. Einige Jahre darauf kam denn auch Willibald nach Deutschland, nachdem er von dem heiligen Lande nach Rom zurückgekehrt, und dort erfahren hatte, daß sein Bruder mit dem heil. Bonifazius nach Deutschland gegangen sei, und dort an der Bekehrung des deutschen Volkes arbeite. Mit welcher Freude sich da die zwei Brüder wieder gefunden haben, läßt sich wohl denken; beide arbeiteten nun fortan mit rast losem Eifer an der Verbreitung des Reiches Gottes, beide hatte der heil. Bonifazius zu Priestern geweiht, dem Wunibald hatte er sieben Kirchen in Thüringen übergeben, den Willibald aber setzte er als ersten Bischof zu Eichstädt ein, nachdem er Eichstädt zu einem Bischofssige erhoben und eingerichtet hatte.
Um diese Zeit war es, etwa um das Jahr 740, als der heitige Bonifazius den sehnlichſten Wunsch in sich fühlte, Deutschland nicht nur durch die Predigt des Evangeliums sondern auch durch die leuchtenden Beispiele klösterlicher Vereine beiderlei Geschlechtes im Glauben zu befestigen und


