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Die Wallfahrt zur heiligen Jungfrau Walburga auf dem Lammberg bei Cham : ein Gebet- und Betrachtungsbuch für alle andächtigen Verehrer der heiligen Jungfrau Walburga / von Xaver Maßl, Stadtpfarrer in Cham. Mit e. lithogr. Kupfer
Entstehung
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ihrer gottesfürchtigen Eltern, und es war wunder­bar zu sehen, wie sich die königliche Prinzessin durch ihre Liebe zu Gott, durch ihren Gehorsam und ihre Demuth und besonders durch ihre Liebe zum Gebete zur Erbauung aller übrigen Jung­frauen im Kloster auszeichnete. Walburga hatte nicht sobald die Tröstungen eines in Gott ver­borgenen Lebens kennen gelernt, als sie auch dem Zuge der Gnade folgte, der Stimme des himmli­schen Bräutigams gehorchend, alle Ansprüche auf weltliche Hoheit und irdische Größe aufgab, und, ihre Jungfrauschaft Gott gelobend, nur als eine Braut Christi zu leben und zu sterben entschlossen war. Ihre gottesfürchtigen Eltern, statt sie von ihrem Vorhaben abzuhalten, freuten sich vielmehr über einen solchen Entschluß ihrer Tochter, und fahen es als eine besondere Gnade des Herrn an, daß er sie als seine Braut erwählet habe, daher sie unter Danksagung gegen Gott ihre Einwilli­gung dazu gaben.

Indeß hatte König Richard selbst so große Fortschritte in der Liebe zu Gott gemacht, daß er das irdische Reich, Krone und Scepter geringer achtete als die Schäße des Himmels, und, von seinen beiden Söhnen Wunibald und Willibald eingeladen, mit ihnen eine Wallfahrt nach Rom antratt. Dies geschah im Jahre 721 Schon in Luca erkrankte Richard, und entschlief auch einige Tage darauf selig im Herrn, am 7. Februar 722; er wurde wegen der Wunder, welche sich auf ei nem Grabe ereigneten, unter die Zahl der Heiligen gesetzt. Die beiden Söhne setten ihre Reise fort 1*