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Die Wallfahrt zur heiligen Jungfrau Walburga auf dem Lammberg bei Cham : ein Gebet- und Betrachtungsbuch für alle andächtigen Verehrer der heiligen Jungfrau Walburga / von Xaver Maßl, Stadtpfarrer in Cham. Mit e. lithogr. Kupfer
Entstehung
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gelium predigten und es aus den Finsternissen des Heidenthumes zum Lichte des Reiches Christi brach­ten. Die so eben genannten Heiligen selbst waren lauter nahe Anverwandte der heiligen Walburga. Die heiligen Willibald und Wunibald waren ihre leiblichen Brüder, der heil. Bonifazius der leibliche Bruder ihrer Mutter, die mit ihrem königlichen Gemahle, dem heil. Richard, König von England, selbst ein heiliges Leben führte.

Die Eltern der heil. Walburga waren also Richard, König von England und Wunna, dessen Gemahlin. Sie hatten außer ihrer Tochter Wal­burga noch zwei Söhne, Willibald und Wunibald, welche sie in aller Frömmigkeit und Furcht Gottes erzogen. Eine der vorzüglichsten Sorgen der from­men und gottesfürchtigen Eltern war, ihre Tochter Walburga, die sie über Alles, was sie in der Welt hatten, liebten, in aller Unschuld und jungfräulichen Eingezogenheit heranwachsen zu sehen, und über­gaben sie deßhalb den Jungfrauen des Klosters Winburn zur Erziehung. So weit sie auch selbst von ihrem Hofe alle Sünde und alles sündhafte und weltliche Leben entfernt hielten, und sich mit ihrer ganzen Hofhaltung einem gar gottseligen Le­ben ergaben, so hielten sie ihre Tochter doch nicht sicher genug gegen die Eindrücke der Welt und ihrer Reiße, und verschafften ihr daher, um ihr unschuldiges Her als ein reines Gefäß der Gnade zu bewahren, einen sichern Zufluchtsort, in wel chem sie auf nichts anders als auf das denken follte, wie sie dem Herrn Jesu Christo dienen möge. Walburga entsprach auch den frommen Wünschen