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Zukomme uns Dein Reich : ein katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / hrsg. von Franz Hochs, Vikar zum h. Martin in Euskirchen. Mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit
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diesem geneigt sein werde, unserem Wunsche gemäß zu verfahren? Würde der König nicht vielmehr sa­gen, daß wir ihn zum Besten haben, ja beleidigen wollen? Würden wir ihn nicht gerade dadurch ge­gen uns aufbringen, statt zu gewinnen? Würden wir selbst nicht mit Recht zurückgewiesen und be­straft? Und mit Gott, unserem höchsten Richter und obersten Herrn, mit keiner oder geringer Aufmerk­samkeit, mit keiner oder geringer Ehrfurcht und An­dacht reden, ist das nicht noch viel sündhafter und straffälliger? Ganz gewiß. Von solchen andachtslo­sen Betern spricht unser Heiland die strafenden Worte: ,, Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen; ihr Herz ist aber fern von mir." Jedoch ist auch die Andacht eine Gnade Gottes, ein Thau des Himmels, warum man flehen muß. Denn zuweilen läßt Gott selbst bei frommen Seelen Trockenheit und Dürre beim Gebete eintreten, um sie zu prü­fen und durch Demuth und Vertrauen noch mehr in seiner heiligen Liebe zu befestigen.

Ueberhaupt müssen wir uns immer lebendig beim Gebete vorhalten, mit wem wir denn reden; nämlich mit jener höchsten Majestät, die Himmel und Erde erfüllt. Damit dieses gehörig geschehe, müssen wir uns zum Gebete vorbereiten, wie die Schrift sagt: Ehe du zu beten anfängst, bereite deine Seele vor, und sei nicht, wie ein Mensch, der Gott ver­suchen will." Dazu sollen wir uns recht lebhaft die Gegenwart unseres Herrn vor Augen stellen, der überall gegenwärtig ist, wie einst Elias bekannte, indem er sprach: ,, Es lebet der Herr, der Gott der