Druckschrift 
Die heilige Messe, wie sie der Priester am Altare bethet : nebst Angabe und Erklärung der Bestandtheile und Ceremonien derselben / von Leonh. Goffine
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

folgt die Lectio oder die Lesung, welche auch Epistel genannt wird, weil sie meistens aus den Briefen der Apostel genommen ist. Nach Beendigung derselben ant­wortet der Meßdiener: Deo Gratias, d. i. Gott sei Dank ( daß er uns durch die Apostel 2c. so viel Schönes und Heilsames gelehrt hat).

Hierauf kommen: das Graduale, das Alleluja, der Tractus, die Sequenz. Das Graduale oder der Staf­felgesang, so genannt, weil es ehedem auf einem erhöhten Orte gesungen wurde, besteht aus einigen Psalmenversen. Das Alleluja, d i. lobet Gott, ist ein Freudengesang, und wird in der Fasten ausgelassen. Statt dessen bethet man an solchen Bußtagen in langsamem und traurigem, gleichsam gezogenem Tone einige Verse, die deßhalb Tractus heißen. Die Segnungen sind kirchliche Ge­sänge, welche an einigen Festen und in den Seelenmessen vorkommen.

Jetzt bethet der Priester in der Mitte des Altars ein kurzes Gebeth: Munda cor meum, d. h. reinige mein Herz, worin er Gott bittet, daß Er ihm die Gnade ver­leihen möge, sein Evangelium würdig zu verkünden. Hierauf liest oder singt er das Evangelium, welches er mit Do­minus vobiscum und mit Sequentia sancti evan­gelii, d. i. Folgendes aus dem Evangelium des 2c. be­ginnt, worauf das Volk Gloria tibi Domini, d. i. Ruhm sei Dir, o Herr! antwortet. Am Schlusse sagt es: Laus tibi Christi!- Lob sei Dir, o Christus! und der Priester: Durch die Worte des Evangeliums sollen unsere Sünden getilgt werden. Nach dem Evangelium wurde in der ältesten Zeit die Predigt gehalten. Wenn dieß