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Die heilige Charwoche [Karwoche] : ein Charwochenbuch in Betrachtungen, Gebeten und Erklärungen aller Ceremonien für katholische Christen aller Stände / von Ludwig Donin
Entstehung
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sprach: Nehmet hin, das ist Mein Leib. Und Er nahm auch den Kelch, dankte, und gab ihnen denselben: und Alle tran­ken daraus. Und Er sprach zu ihnen: Das ist Mein Blut des neuen Testamentes, das für Viele wird vergossen wer den. Wahrlich sage Ich euch, Ich werde nicht mehr trin­ken von diesem Gewächse des Weinstockes, bis zu jenem Tage, da Ich es neu trinke im Reiche Gottes. Und nach­dem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Delberg. Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr alle wer det euch an Mir ärgern in dieser Nacht; denn es steht ge­schrieben: Ich will den Hirten sschlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. Nachdem Ich aber wieder aufer­standen sein werde, will Ich euch vorausgehen nach Galiläa. Petrus aber sprach zu Ihm: Wenn sich alle an Dir ärgern sollten, so werde ich es nicht thun. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich! fage Ich dir, heute in dieser Nacht, noch ehe der Hahn zweimal gekräht hat, wirst du Mich dreimal verläugnen. Er aber redete noch mehr: Und wenn ich auch mit Dir sterben müßte, so will ich Dich doch nicht ver­läugnen. Desgleichen sagten sie alle. Und sie kamen in den Meierhof, der Gethsemanis heißt: und Er sprach zu Seinen Jüngern: Seget euch hier während Ich mbete. Und Er nahm den Petrus Jakobus und Johannes mit sich, und fing an zu zittern und sich zudentsetzen. Und Er sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet! Und Er ging ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder, und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde vor Ihm vorüberginge. Und Er sprach: Abba, Vater! Dir ist Alles möglich, nimm diesen Kelch weg von Mir; doch nicht, was Ich will, sondern was Du willst! Und Er kam und fand sie schlafend. Und Er sprach zu Pe­