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und Sterbens Jesu, und der Schmerzen der jungfräulichen Mutter zubrachten. Da wurde ihnen. eine neue Wundergnade erwiesen.
Es war am Abende des heil. Charfreitags 1239, als die frommen Büßer in ibrer Kapelle im Gebete auf ihren Knien lagen. Auf einmal erschien ihnen die Mutter des Herrn im strahlenden Glanze, aber in trauervoller Kleidung, von einer großen Anzahl der heiligen Engel umgeben, von denen einige die verschiedenen Werkzeuge des bittern Leidens unsers Erlösers, andere ein offenes Buch der Regel des heiligen Augustinus, andere den mit goldenen Buchstaben geschriebenen Titel der Diener Mariä, andere ein schwarzes Trauerkleid oder Scapulier in den Händen hielten. Die allerheiligste Jungfrau selbst lud ihre seligen Diener ein, näher zu treten, um von ihr das Trauerkleid zu empfangen. Ich habe euch von der Welt er. wählet," sprach sie, ju meinen Dienern, damit
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ihr unter meinem Namen pflanzet den Weinberg ,, meines Sohnes. Da sehet die Kleidung, die ich euch darreiche! diese soll durch ihre Trauerfarbe euch stets erinnern jenes Herzenleides, das ich am „ heutigen Tage bei der Kreuzigung und dem Tode ,, meines einzig geliebten Sohnes ausgestanden habe. Dieses Kleid will ich, daß ihr fortan tragen sollet, damit ihr allzeit vor Augen habet jene unermes„ lichen Schmerzen, die ich in meinem Herzen empfunden habe."
Von dieser Erscheinung beginnt die allgemeine Verehrung der schmerzenvollen Mutter, denn die sieben nun mit dem schwarzen Scapuliere ange


