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daß sie, um den Zerstreuungen ihres Geistes vorzubeugen, sich nothgedrungen sahen, bei Maria, ihrer mächtigsten Schußfrau, mit eifrigen Bitten um die Anweisung einer entlegenen Einöde anzuhalten.
Und sieh! gleich folgende Nacht zeigte ihnen Maria im Traume den rauben und hohen Senari berg, vier Stunden von Florenz entlegen. Da zogen sie den 31. Mai 1234, als am Vorabende der Himmelfahrt Christi hinauf, bauten dort aus Baumgesträuchen eine Kapelle und Wohnung, und lebten in äußerster Armuth und großem Mangel aller Lebensbedürfnisse in solch' strenger Buße, daß der Kardinal Gualfried, der als päpstlicher Abge fandter sie besuchte, sich gezwungen sah, aus apostolischer Vollmacht dieser großen Strenge, Einhalt zu thun.
Fünf Jahre später hatten sie abermals durch eine Erscheinung das Glück, die Absichten, die Gott mit ihnen vorhatte, zu erkennen. Es war am 3. Sonntage in der Fasten, den 25. März 1239, da wurde ein kurz vorher angelegter Weinberg auf einmal ganz grün, und frische Reben prangten mit den schönsten Trauben, während der übrige Berg noch mit Eis und Schnee bedeckt war.
Dieses wunderbare Ereigniß belehrte sie, daß sie auch andere in ihre Gesellschaft aufnehmen, und in dem Dienste Mariens unterweisen sollten, was sie auch nach eingeholtem Rathe ihres frommen Bischofes sogleich begannen.
Unterdessen rückte das Ende der heiligen Fa stenzeit herbei, welche sie eifriger als je mit Bußwerken, und der Betrachtung des bittern Leidens


