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Jesus und die Jungfrau : vollständiges Unterrichts- und Gebetbuch für christliche Jungfrauen aller Stände größtentheils in Gesprächen zwischen Jesus und der frommen Seele ; in zwei Abtheilungen
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Von der Erhabenheit

allein Gott und dem Wohle deiner Mitmenschen dein gan­zes Leben weihen möchtest, wenn die erlaubten ehelichen Verhältnisse für dich nur einen untergeordneten Reiz haben, die Liebe zu deinem Heilande aber unwiderstehlich dich zu ihm hinzieht; dann, jugendliche Seele, bist du nicht geschaffen für die Trübsale des Fleisches, sondern für etwas Besseres und Höheres! O laß diese höhere Gabe in dir nicht ver­kommen, nähre und pflege sie mit Sorgfalt, es wartet ja deiner Seele ein Bräutigam, den auch die zärtlichste irdische Gegenliebe nicht ersetzen kann. Irdische, wenn auch noch so reine heilige Liebe, sie ist nur ein mattes, bald erlöschen­des Flämmchen gegen jene Himmelsglut, die Jesus Christus in reinen Seelen entzündet; die irdischen Freuden, sie müs­sen mit Schmerz erkauft werden, und werden nur zu oft durch Jammer und Trübsale aller Art getrübt; aber die Freuden einer jungfräulichen Seele, die Tröstungen, die sie empfindet, die Aufopferung, mit der sie sich hingibt, die Ungetheiltheit, mit der sie sich dem Himmel weihen kann, weil kein irdisches Verhältniß die Hälfte ihres Herzens in Besitz hat, alle diese Vorzüge und Gnaden des jungfräuli­chen Lebens, sie entströmen der reinsten, von keinem irdischen Zusatze getrübten Quelle; die Liebe zu Jesus ist der Gegen­stand aller Wünsche, die Quelle aller Freuden, das Ende alles Strebens, der Trost in allen Leiden.

Daß dieses, christliche Jungfrau, keine fromme Schwär­merei ist, bezeugen die Jahrbücher der katholischen Kirche, beren Glied zu seyn du das große Glück hast; da begeg­net man tausend und abermal tausend jungfräulichen See­len, die nie ein irdisches Band an die Erde gefesselt hatte, die alle ihr Leben ungetheilt ihrem himmlischen Bräutigam gewidmet haben, die, bereichert mit den schönsten geistlichen Gaben und begeistert für alles Gute, ihre Reichthümer an irdischen Gütern zur Gründung von Schulen, Spitälern, Armenhäusern 2c. geopfert, an deren wohlthuenden Spen­den da wo der Vandalismus der lettern Jahrhunderte biese Anstalten nicht zerstört hat,- bis zur Stunde unfer

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