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Jesus und die Jungfrau : vollständiges Unterrichts- und Gebetbuch für christliche Jungfrauen aller Stände größtentheils in Gesprächen zwischen Jesus und der frommen Seele ; in zwei Abtheilungen
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Von der Erhabenhett

zig Jahren, welche seit ihrem blühendsten Alter die Lehre Jesu Christi stets befolgten und dabei in reiner und Gott geweihter Keuschheit dienten."- Aehnliches meldet der heil. Cyprian, wenn er im Buche von der Zucht sagt: ,, Die Welt ist erfüllt von Menschen, welche die jungfräuliche Reinigkeit beobachten."

Der jungfräuliche Stand ist jener Stand, welcher von der heiligen katholischen Kirche als ihre besondere Zierde, als die schönste Perle ihres geistigen Tempels und als die lieblichste Blüthe ihres vom Sohne Gottes gepflanzten und vom heiligen Geiste begossenen paradiesischen Gartens ange­sehen, sorgfältig gepflegt und gegen die Feinde jungfräuli­cher Reinigkeit mit heiligem Ernste vertheidigt wurde.

So groß und erhaben dieser Stand ist, ist er dennoch an vielen Orten der katholischen Staaten kaum gekannt, und oft wird er dort, wo er gekannt ist, von der bösen Welt geschmäht, verdächtiget und verachtet; denn sittenloſe, von Liebe zum irdischen Vergnügen ganz erfüllte, im Schlamme wüster Sinnlichkeit versunkene Menschen vermögen nicht die Würde dieses Standes zu erkennen. Das geistige Auge die­ser Menschen ist frank, wie das körperliche Auge der heu­lenden Nachtvögel in Bezug auf das Licht des Tages krank ist; denn so wenig die Nachteulen den Glanz der Sonne zu ertragen vermögen und deßhalb in ihre finstern Höhlen sich zurückziehen, so wenig vermögen sinnliche, thierische, den Lüsten des Fleisches ergebene Menschen den himmlischen Glanz, welchen die jungfräuliche Reinigkeit überall verbrei­tet, zu ertragen, sondern wenden das Auge davon ab, um die Werke der Finsternisse desto ungescheuter vollführen zu

können.

Die tiefste Verachtung der argen Welt gegen diesen heiligen und erhabenen Stand; ihre große Abneigung ge­gen religiöse Gesellschaften, in denen Jünglinge und Jung­frauen sich Gott in beständiger Keuschheit widmen; die Menge jener Schriften, in denen theils die Glückseligkeit des ehelichen Lebens, theils die sinnlichen Lüste der Unlau­