Druckschrift 
Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

des hl. Herzens Marta.

giösen Gefühles hatte dergestalt überhand genommen, daß wah­rend des ganzen Jahres nicht mehr als sieben Hundert und zwanzig Hostien bei der heiligen Kommunion ausgetheilt wurden. Bei den größten Feierlichkeiten blieb die Kirche leer, der Prediger ohne Zuhörer, Gott er. Selbst 31/8 Grabes

empfing man die heiligebete und Andachten aan& schien geeignet zn seyn, diese seit var, zu beginnen mende Verheerung hemmen zu können: ave. hantu enbarte

sich die Barmherzigkeit des allgütigen Gottes aunty.azendste Weise, die Gnade Gottes strömte gleich einem warmen Früh­lingsregen herab, um dieses unfruchtbare Erdreich zu erweichen; denn die gnadenvollste Jungfrau flehte für die Menschen, und die Gnade des Allerhöchsten segnete dieses mit Unfruchtbarkeit bebrohte Erdreich liebevoll und reichlichst.

In den ersten Tagen des Christmenats 1836 kam der hochw. Herr Pfarrer der Kirche Unserer lieben Frau vom Siege auf den frommen Gedanken, die Pfarrei dem heiligen und unbefleckten Herzen Mariä zu widmen, um durch den mäch­tigen Schutz dieser gütigen Jungfrau die Gnade der Bekehrung der Sünder zu erlangen. Vernehmen wir die eignen Worte des hochwürdigen Herrn Pfarrers, mit welchen er die wunderbare Entstehung der Erzbruderschaft erzählt.

,, Die Erzbruderschaft nahm den 3. December 1836 ihren Anfang. Viele, die bloß nach dem Neußerlichen urtheilen, sehen uns als den Stifter und Begründer derselben an. Wir können diese irrige Meinung nicht unberichtigt lassen. Nicht wir sind die Stifter, Gott allein gehört die Ehre; Nichts war in uns, weder im Geiste noch im Herzen, das uns zu dieser Errichtung hätte bewegen und vorbereiten können. Vielmehr müssen wir gestehen, indem wir Gott und Maria demüthigst um Verzeihung bitten, daß, obschon wir von Kindheit an gewohnt waren, Maria zu verehren und sie als die zärtlichste aller Mütter zu lieben, wir die Andacht zu ihrem heiligsten und unbefleckten Herzen so wenig verstanden und zu würdigen wußten, daß wir weder daran denken noch etwas davon hören wollten. Ueberdieß müssen wir bekennen, daß, als einst in unserer Kirche, genannt die Kirche der fremden Missionen, ein frommer, ehrwürdiger Or­densgeistlicher, P. Makartho, eine Predigt über das heiligste Herz Mariä hielt, seine Worte in unserm Herzen keinen An­flang fanden, ungeachtet er, wie gewöhnlich, seinen Gegenstand. trefflich behandelt hatte. Unser Stolz und Vorurtheil waren so groß, daß es uns sogar schmerzte, daß er einen solchen Gegenstand gewählt hatte. Auch meinten wir, ein solcher Gegenstand werde

40