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Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
Entstehung
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Kurze Lebensgeschichte

der der Kirche ihres Eingebornen, als ihre zartesten Kinder, liebte, nur noch das einzige Verlangen, die auserwählten Ver­breiter derselben, die Apostel ihres göttlichen Sohnes, noch ein­mal zu sehen, um sie zum letzten Male zu trösten und zu im­mer thätigerem und flammenderem Eifer zu ermahnen. Eine sehr denkwürdige Schrift ist die Erzählung, die der heil. Johannes von Damaskus von den letzten Stunden ihres Lebens, nach ei­nem Schreiben des heil. Dionysius, uns aufbewahrte. Dieser große heil. Bischof und Märtyrer, der selbst als Augenzeuge zugegen war, erzählt nämlich, auf wie wunderbare Weise der Herr die letzte Bitte seiner heil. Gebärerin erhört habe, und wie, mit Ausnahme des einzigen Thomas, alle übrigen Apo­stel, die noch am Leben waren, bei ihrer geliebten Herrin in ih­ren letzten Stunden erschienen, und ihrem heiligen Schlummer beiwohnten. Als nun der Augenblick nahte, wo sie ihre gebe­nedeite Seele in die Hände ihres göttlichen Sohnes übergab, der mit Chören der Engel und zahllosen Schaaren heil. Him­melsbürger erschien, ertönten wundersüße Gesänge, und himm­lisches Licht erfüllte das Gemach der hochgebenedeiten Jungfrau, in welches alle christlichen Bewohner Jerusalems unter lautem Schluchzen strömten, ihre geliebte Mutter und Herrin zum letz­ten Male zu verehren. Zahllose Kranke, Blinde und andere mit schweren Gebrechen Behaftete, mrrunter selbst unbekehrte Ju­den, erhielten augenblicklich die Gesundheit, sobald sie diese hei­lige Stätte betraten.

Bald hierauf bestatteten die Apostel und Jünger, in Be­gleitung des christlichen Volkes, die heilige Leiche in stiller Trauer; worauf nach drei Tagen der heil. Thomas erschien und zu seiner großen Bestürzung vernahm, daß die gesegnete Arche des Bundes, in welcher der Sohn des Allerhöchsten per­sönlich geruht hatte, bereits im Schooße der Erde ruhe. Trost­los, ihr liebreiches Angesicht nicht mehr zu sehen, bat er die Apostel, die heilige Grabesstätte zu eröffnen, welche Bitte sie ihm auch gern gewährten. ,, Sie eröffneten also das Grabmahl," fährt der heil. Johannes von Damaskus fort, konnten aber ih­ren heil. Leichnam nirgends finden; sondern sie fanden bloß die Linnen, in die er gehüllt worden, und die mit unaussprech­lichem Wohlgeruch die Lüfte erfüllten. Hocherstaunt über das Wunder dieses Geheimnisses, verschlossen sie die Stätte, und vermochten nichts anderes zu denken, als daß es dem Worte Gottes, dem Herrn der Glorie, dem es gefallen hatte, ihre Jungfräulichkeit, selbst nach ihrer Geburt unversehrt zu erhal­ten, auf gleiche Weise gefallen habe, diesen mackellosen Leib un­

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