der allerseligsten Jungfrau.
versehrt zu erhalten, und ihn noch vor der allgemeinen Auferstehung durch die Aufnahme in die himmlischen Wohnungen zu verehren."- ,, Wer könnte sich auch vermessen, zu sagen," spricht der heil. Augustinus, ,, der hochheilige Leib, worin Jesus Christus Fleisch annahm, sei den Würmern zur Speise übergeben worden!" ,, Dieß ist jener glorreiche Tag( spricht derselbe Kirchenvater abermal am Feste ihrer Himmelfahrt), den die früheste Kirche, sobald es ihr gestattet ward, ihre Feste öffentlich zu feiern, als einen der Ersten mit höchster Festlichkeit beging, und zu den Zeiten des Kaisers Constantinus mit unbeschreiblicher Pracht feierte; dieß ist jener glorreiche Tag, wo die königliche Jungfrau zum Throne Gottes des Vaters erhoben, und auf den Thron der allerhöchsten Dreieinigkeit gesetzt ward, wo es den Engeln gelüftet, Ihre Lieblichkeit zu schauen." Wie hätte auch je 3hr hochgeliebter Sohn, der in seinem göttlichen Rathschlusse sie von Ewigkeit zur Mutter erwählt hatte, und der die Verehrung, welche die Kirche den Gebeinen und der Asche seiner Diener auf Erden erweist, oft durch die glänzendsten und unbestrittensten Wunder bestätigte, diesen lebendigen Tempel des heil. Geistes der Vergessenheit und den Würmern übergeben wollen: was Niemand ohne Lästerung sagen kann."
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Vierzehntes Kapitel. Von der Aufnahme der allerfeligsten Jungfrau in den Himmel.
Erfreuen wir uns also, rufen einstimmig die heil. Väter aus, daß wir eine so mächtige Schirmerin und Fürsprecherin im Himmel haben; in deren Hände alle Schätze der Erbarmungen des Herrn sind! ,, Kühn spreche ich es aus," sagt der heil. Petrus Damianus, ,, daß, abgesehen von der Gottheit und Majestät ihres Sohnes, die Aufnahme der Jungfrau weit glänzender war, als seine Himmelfahrt. Denn bei seiner Himmelfahrt kamen ihm bloß die Schaaren der Engel, bei der Aufnahme der Jungfrau aber kamen auch die Schaaren der Erlösten und der Herr selbst ihr entgegen."- Nur ein schwaches Vorbild dieser glorreichen Aufnahme war jene Aufnahme der Mutter Salomon's, von welcher geschrieben steht: ,, Es stand der König auf, ihr entgegen zu gehen, und er verehrte sie, und setzte sich auf seinen Thron, und es ward auch der Mutter des Königs ein Thron gesetzt, die sich zu seiner Rechten setzte."( 3. Kön. 2.) Denn, wenn das Auge nie gesehen, das Ohr nie gehört hat, und es nie in das Herz des Menschen gestiegen ist, was Gott denjenigen bereitet hat, die ihn lieben; wer wird es je erfassen, was er Derjenigen bereitete, die ihn ohne allen


